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Freitag, 06 September 2013

Dreikampf für Olympia 2020

Buenos Aires - Am morgigen Samstag entscheidet sich in Buenos Aires, welche Stadt den Zuschlag für die olympischen Sommerspiele 2020 erhält. Das Duell um die Olympischen Spiele 2020 zwischen Istanbul, Tokio und Madrid wird zu einem Dreikampf der Ungleichen. Das IOC hat die Planungen in den drei Bewerberstädten in seinem Prüfbericht aufgelistet und bewertet.

ISTANBUL:

Die Stadt mit ihren 13 Millionen Einwohnern (Türkei 73 Millionen) bewirbt sich zum fünften Mal. Die Zustimmung in Istanbul liegt nach IOC-Erhebung bei 83 Prozent, im Land bei 76 Prozent. Die dramatisch wachsende Metropole verbindet Europa mit Asien. Die Türkei wäre das erste islamische Land, in dem Olympische Spiele ausgerichtet würden.

Konzeption: Geplant sind 38 Wettkampfstätten in vier Zonen, von denen eine in Asien liegt. Elf Arenen sind vorhanden, 21 sollen neu gebaut werden, sechs sind temporär geplant. Die IOC-Prüfer kritisieren die Entfernungen zum Olympischen Dorf, die angegebenen Transportzeiten von maximal 35 Minuten seien „zu optimistisch“. Trotz geplanter Investitionen von 9,8 Milliarden Dollar in Straßen, Bahnen, Tunnel und Brücken sei das Verkehrssystem ein Problem.

Finanzen: Der Etat des Organisationskomitees beträgt 2,9 Milliarden Dollar, das Investitions-Budget 16,8 Milliarden Dollar. Die Regierung garantiert durch ein Olympia-Gesetz für alle Ausgaben.

Sicherheit: Das IOC erwähnt in seinem Prüfbericht das katastrophale Erdbeben in der Region von 1999 und den langfristigen Plan des Landes, 40 Milliarden Dollar für die bauliche Sicherung der Stadt gegen Erdbeben ausgeben zu wollen. Im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Syrien wird nur die gemeinsame Grenze mit dem Land hervorgehoben. Kein Wort zu den innenpolitischen Auseinandersetzungen - die Demonstrationen begannen nach Fertigstellung des Reports.

TOKIO:

Die Ausrichter-Stadt der Olympischen Spiele 1964 hat 13 Millionen Einwohner, dazu kommt die Metropolregion mit 36 Millionen. In Japan leben 128 Millionen Menschen. 70 Prozent der Einwohner Tokios befürworten Spiele in ihrer Stadt, 67 Prozent im Land.

Konzeption: In zwei Zonen sind 36 Wettkampfstätten geplant, davon allein 21 in einem zentralen Küstenbereich, wo auch das Olympische Dorf entstehen soll. Die Fußball-Vorrundenspiele werden in andere Städte ausgelagert. 15 Arenen sind bereits vorhanden, elf sollen neu gebaut werden. Tokio will auf zehn temporäre Anlagen zurückgreifen. Das neue Olympiastadion soll auf der Anlage des Stadions von 1964 entstehen. Das IOC bescheinigt Tokio eine „kompakte Konzeption“ mit guter Verkehrsinfrastruktur. 85 Prozent der Wettkampfstätten liegen in einem Radius von acht Kilometern zum Olympischen Dorf.

Finanzen: Der Organisations-Etat ist mit 3,4 Milliarden Dollar angesetzt, gedeckt durch den IOC-Zuschuss und die Eigenvermarktung der Spiele. Der staatliche Investitions-Etat wird mit 4,38 Milliarden Dollar angegeben, davon sollen drei Milliarden Dollar in die Finanzierung von Wettkampfstätten gehen. Durch einen Reserve-Fonds von 4,5 Milliarden Dollar garantiert der Staat für mögliche Defizite.

Sicherheit: Die IOC-Prüfer stellen im Zusammenhang mit dem Erdbeben/Tsunami von 2011 fest, dass Tokio durch eine Vielzahl von Baumaßnahmen Katastrophen-Vorsorge betrieben habe. Deshalb seien „sichere, gesicherte Spiele“ zu erwarten.

MADRID:

In der mit 3,3 Millionen Einwohnern (Region: 6,4 Millionen) kleinsten der Bewerberstädte gibt es einen Zuspruch von 76 Prozent, unter den 46 Millionen im Land eine Quote von 81 Prozent. Auffallend ist die hohe Gegnerschaft („dagegen oder stark dagegen“) in der Hauptstadt mit 20 Prozent. Spanien wäre nach Barcelona 1992 zum zweiten Mal Olympia-Gastgeber.

Konzeption: Von den 35 Wettkampfstätten sind 28 bereits vorhanden, drei sind temporär geplant, nur vier müssten neu gebaut werden. Segeln würde vor Valencia ausgetragen werden, die Fußball-Vorrunden in fünf Städten. 22 der Arenen liegen in zwei zentralen Zonen der Hauptstadt. Das IOC spricht von einem „sehr kompakten“ Konzept mit der Erreichbarkeit in maximal 20 Minuten vom olympischen Dorf. Gelobt werden zudem bereits vorhandene Verkehrsbedingungen.

Finanzen: Der Organisations-Etat hat einen Umfang von 3,1 Milliarden Dollar, gedeckt durch IOC- und Eigenvermarktung der Spiele. Lediglich 1,94 Milliarden Dollar sind für den Investitions-Etat vorgesehen, was die IOC-Prüfer für „zu optimistisch“ halten. Die Regierung, die Region Madrid sowie die Stadt garantieren zu je einem Drittel für die Gesamtkosten der Spiele.

Sicherheit: Das IOC sieht nach der Auflösung der baskischen Untergrundorganisation ETA 2012 keine Terrorgefahr mehr für die Spiele. Dagegen beurteilt es mit vorsichtigen Worten, die ökonomische Lage des Landes kritisch. Die Prüfer sprechen von „einigen Risiken“, abhängig von der Entwicklung der Ökonomie, machen aber auch Hoffnung: „Das Ausmaß der finanziellen Risiken sollte über sieben Jahre bis zu den Spielen zu managen sein.“ (dpa/tl/Foto dpa)


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