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Mittwoch, 23. Juli 2008

Nach Syrien abgeschoben

Madrid - Wenige Tage nach seinem Freispruch im Berufungsprozess um die Madrider Terroranschläge vom März 2004 hat Spanien einen Syrer in seine Heimat abgeschoben. Ungeachtet von Protesten wurde der Mann nach Presseberichten von heute in Begleitung spanischer Polizisten nach Syrien zurückgeschickt. In Damaskus sei der 24-Jährige Basel Ghalyoun am Vortag von der Staatssicherheit im Empfang genommen worden.

In Syrien laufe er als ehemaliger islamistischer Terrorverdächtiger Gefahr, gefoltert und misshandelt zu werden, kritisierte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Mit der Abschiebung verstoße Spanien gegen internationales Recht. Auch die Begründung sei nicht akzeptabel.

Ghalyoun wurde nach offiziellen Angaben abgeschoben, weil seine Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen war und er deshalb illegal in Spanien war. Sein Anwalt machte geltend, dass der Syrer vier Jahre lang in Untersuchungshaft saß und seine Genehmigung deshalb nicht erneuern konnte. Vor seiner Festnahme im März 2004 hatte der 24- Jährige einen Arbeitsplatz und war legal im Land. Die spanische Justiz wies diesen Einwand aber zurück.

Im Oktober 2007 war Ghalyoun im Prozess um die Anschläge auf vier Madrider Pendlerzüge mit 191 Toten und mehr als 1800 Verletzten zu zwölf Jahren Haft wegen Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung verurteilt worden. Im Berufungsverfahren hatte ihn der Oberste Gerichtshof vergangenen Woche jedoch zusammen mit drei weiteren Angeklagten aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Er kam daraufhin in Abschiebehaft. “Es war der glücklichste Tag meines Lebens, aber das Ende ist traurig“, sagte der 24-Jährige, der nach eigenen Angaben 2001 zum Ingenieurstudium nach Spanien gekommen war. (dpa/Foto EFE)

 
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