Kein Platz für Tiere
An der Costa Blanca sind andernorts verbreitete Tiere selten – Ausreichend Naturschutzgebiete fehlen
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Uhus suchen ein neues Zuhause – doch das ist an der Costa Blanca nicht so einfach zu finden.
Fotos: Ángel García |
Susanne Eckert
Stolz zieht der Spanische Kaiseradler bei Toledo seine Kreise. Seine fast zwei Meter breiten Schwingen tragen ihn hoch über sein Heimattal. Bis er schließlich pfeilschnell auf eine Gans niederstößt, die seine scharfen Augen entdeckt haben. Szenenwechsel: Verspielt verknäulen sich in Andalusien die putzigen Kinder des Iberischen Luchses ineinander. Ihre Mutter räkelt sich völlig entspannt neben ihnen. Doch kein Gefahrensignal entgeht ihren feinen Ohren.
Damit Szenen wie diese der Nachwelt erhalten bleiben, arbeiten zahllose private Organisationen und öffentliche Verwaltungsstellen – bis hin zur Europäischen Union – intensiv und mit großem finanziellem Aufwand. Der Adler und der Luchs rühren die Menschen an, deshalb wurden sie in Spanien zur Speerspitze im Kampf für die Artenvielfalt.
Denn beide gehören zu den am meisten gefährdeten Tierarten dieser Erde. Vom Iberischen Luchs existieren lediglich noch rund 200 Exemplare, und vom Spanischen Kaiseradler wurden rund 200 Paare gezählt.
Derart spektakuläre Spezies hat die Costa Blanca nicht zu bieten. Tiere in freier Wildbahn sind hier ohnehin selten geworden. „Arten, die andernorts noch recht häufig vorkommen oder gar wie der Dachs zur Plage werden, gibt es hier schon lange nicht mehr“, erklärt Nacho Segura vom Naturpark Montgó. „Hier leben einfach zu viele Menschen, es gibt zu viele Straßen, und es wird ständig irgendwo gebaut.“
Das gilt vor allem für die Küste und führt dazu, dass sich die meisten Tierarten inzwischen ins Landesinnere zurückgezogen haben. Bis auf die, denen dieser Ausweg nicht bleibt. „Am meisten leiden unter der Situation natürlich Tiere wie Wasservögel oder Fische“, berichtet Segura. Ein Beispiel sei der Schwarzschnabelsturmtaucher, den es nur an der Costa Blanca und auf den Balearen gebe. Seine Population ist inzwischen auf rund 2.000 Exemplare geschrumpft.
Der letzte Rückzugsort für diese bedrohten Tiere sind Schutzgebiete. Auch damit steht es aber im Land Valencia nicht allzu gut. „Was Schutzgebiete betrifft, liegt Valencia nicht gerade an der Spitze“, beklagt Cristina Rabadán von der Tierschutzorganisation WWF-Adena. „Das Land weist gerade neue Vogelschutzgebiete (Zepa) aus, weil der Europäische Gerichtshof in Luxemburg es dazu verurteilt hat, die europäische Norm einzuhalten“, berichtet die Tierschützerin. Bisher seien nur rund elf Prozent des Landesgebiets zu Zepas gemacht worden. Nur vier Comunidades in Spanien verfügten über noch weniger Vogelschutzgebiete.
Bei den Lics (Lugares de Interés Comunitario), Schutzgebieten, die anderen Arten Lebensraum bieten, liege das Land Valencia mit 30 Prozent seiner Gesamtfläche dagegen im Mittelfeld. Zum Vergleich: Auf den Kanarischen Inseln wurden rund 60 Prozent der verfügbaren Fläche zu Lics erklärt.
Spitzenreiter ist Valencia dagegen bei den Feuchtgebieten. Neben zahlreichen kleineren existieren fünf ausgedehnte Naturparks: La Albufera in Valencia, El Marjal Pego-Oliva, Las Salinas de Santa Pola, Las Lagunas de la Mata und El Fondo bei Elche.
„Hinsichtlich ihrer Größe stehen sie vielleicht nicht gerade an der Spitze, aber sicherlich hinsichtlich ihrer Bedeutung“, erklärt Rabadán. Die Feuchtgebiete seien nicht nur Lebensraum für unzählige Arten, sondern auch Quartier oder Rastplatz für Wasserzugvögel im Winter.
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