Mehrgenerationenhäuser – alternative Wohnform für den letzten Lebensabschnitt
Zwei Generationen Tür an Tür: An der Plaza de América in Alicante werden Jung und Alt unter ein Dach gesteckt. Fotos: Ángel García
Anne Götzinger
Alicante
Die Einkaufstüte wiegt zentnerschwer. Immer wieder muss Vicenta absetzen, muss verschnaufen. Es geht nicht mehr so wie früher, sie ist alt geworden. Der Kopf ist klar, doch die Kraft hat nachgelassen. Das Altglas muss heute auch noch runter, die Handtücher wollen aufgehängt werden. Jeder normale Tag lässt es Vicenta nur zu deutlich spüren: Allein schafft sie die alltäglichen Dinge im Haushalt nicht mehr. Doch ins Altenheim, nein, das will sie nicht. Zwischen pflegebedürftigen Greisen aufs Ende warten? Dafür ist sie doch noch zu gut beieinander. Die Kinder wohnen weit entfernt, und weg will sie nicht.
Wie Vicenta geht es vielen älteren Menschen. Das Wohnen im Alter verlangt heute Alternativen zu Geriatrie und Untermiete bei den Kindern. Ein Wohnen, das älteren Menschen gleichzeitig Unabhängigkeit und Hilfe im Alltag bietet.
Dienste wie Essen auf Rädern und ein wöchentlicher Wäsche- und Putzservice erleichtern Senioren bereits den Alltag und werden auch in Spanien immer häufiger angeboten und in Anspruch genommen (siehe Kasten Seite 49). Doch bei aller Hilfe – eine engere Beziehung zwischen Nutzer und Helfer kann sich kaum entwickeln. Für den Dienstleister bleibt es ein Job.
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