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Freitag, 16 August 2013

Die Pforten dichtgemacht

Studie zeigt Talfahrt der Unternehmen seit Beginn der Krise – Am stärksten betroffen ist Gastronomie

Auch der Einzelhandel der Region hat in den vergangenen Jahren erhebliche Einbußen hinnehmen müssen. Foto: Ángel García Auch der Einzelhandel der Region hat in den vergangenen Jahren erhebliche Einbußen hinnehmen müssen. Foto: Ángel García

Alicante – hau

Die Türen sind verrammelt, am Fenster hängt ein „Zu verkaufen“-Schild: Die Betriebe und Geschäfte, die in den vergangenen Jahren aufgrund der Krise schließen mussten, sind Alltag geworden in der Region. Am stärksten betroffen ist die Gastronomie. Allein in der Provinzhauptstadt Alicante haben seit 2007 zehn Prozent der Bars und Restaurants ihre Pforten dichtgemacht, in der gesamten Provinz steigt die Zahl gar auf über 15 Prozent.
Die Daten basieren auf dem von der Sparkasse La Caixa herausgegebenen Wirtschaftsjahrbuch für Spanien, in dem Kommunen mit über 1.000 Einwohnern unter die Lupe genommen wurden. Der Touristenort Altea beispielsweise zählte Ende 2012 noch 242 Gastronomiebetriebe, das sind knapp 21 Prozent weniger als noch vor fünf Jahren. In der Hinterlandgemeinde Pego mussten über 42 Prozent der Bars und Restaurants schließen, Els Poblets hat mit nunmehr 14 Lokalen sogar über 56 Prozent seines gastronomischen Angebots eingebüßt.
Und nicht nur das. Auch der Einzelhandel musste seine Präsenz in der Provinz erheblich zurückschrauben. Seit 2007 hat in Alicante etwa eines von vier Geschäften seinen Betrieb eingestellt – nicht selten zugunsten der großen Einkaufszentren, die weiterhin auf dem Vormarsch bleiben. Hart getroffen hat es abermals die Unternehmer aus Els Poblets. Hier waren Ende 2012 noch 36 Einzelhandelsgeschäfte gemeldet, das sind über 47 Prozent weniger als vor fünf Jahren. In Pedreguer machten mehr als 36 Prozent der Läden ihre Pforten dicht, Calp zählte knapp 28 Prozent weniger klein- und mittelständische Unternehmen.
Dass angesichts der Talfahrt auch die Arbeitslosenzahlen in die Höhe geschnellt sind, liegt nahe. In der Provinz gab es Ende vergangenen Jahres über 1,5 Mal so viele Menschen ohne Job als noch 2007. In Gemeinden wie Benissa, Calp, Mutxamel, Oliva oder Teulada verdoppelte sich die Zahl der Erwerbslosen sogar. Den traurigen Rekord auf dem Arbeitsmarkt hält Benitachell: Hier waren im Dezember 2012 vier Mal so viele Menschen auf Jobsuche als vor fünf Jahren.
Einen leicht positiven Trend inmitten der allgemeinen Talfahrt zeigt der Automobilsektor. Ende 2012 waren in der Provinz 903.000 Fahrzeuge gemeldet, das sind immerhin knapp sechs Prozent mehr als zu Beginn der Studie. La Nucía und Benitachell zeigten sich dabei besonders autofreundlich. Hier stieg die Zahl der im Verkehr zugelassenen Wagen seit 2007 um rund 18 Prozent.

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Personen in dieser Konversation

  • Gast (Maria)

    Hallo,
    hat wirklich die Krise Schuld, daß die Gastronomie den Bach runter geht ? Oder sind nicht vielleicht die Auflagen aus Brüssel, wie Rauchverbot, Promillegrenzen, Mehrwertsteuer Schuld ?
    Hinzu kommt der schlechte Service und hohe Preise für schlechtes Essen.

    Spanien muß sich schon etwas einfallen lassen. um wieder attraktiv zu werden.

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