Einwohner findet wegen angestrahltem Monument keinen Schlaf
Der (Mühl-)Stein des Anstoßes: Nachts strahlt ihn ein greller Scheinwerfer an.
Foto: A. Beckmann
Andrea Beckmann
Benimeli
Josep María López ist müde. Der Katalane, der vor wenigen Jahren von Lérida (Katalonien) in das beschauliche Hinterlandörtchen Benimeli umzog, findet seit Tagen keinen Schlaf. Denn kaum wird es abends dunkel, geht auf der Straße ein greller Scheinwerfer an.
Der soll eigentlich nur den alten Mühlstein einer Ölmühle ins rechte Licht setzen, der in der Travessa de Benimeli als Touristenattraktion präsentiert wird. Doch hat er eine solche Kraft, dass er zusätzlich auch das Schlafzimmer des Spaniers in gleißendes Licht eintaucht.
„Ich habe das Gefühl, es ist helllichter Tag, wenn ich abends ins Bett gehe“, sagt López. „Seit dieser Scheinwerfer in Betrieb ist, mache ich nachts kein Auge mehr zu.“ Der Strahler habe einen Lichtkegel, der nach dem Einschalten noch ganz normal, dann aber zunehmend immer greller werden würde.
In seiner Verzweiflung hat der Spanier nicht nur die Gemeinde eindringlich gebeten, Abhilfe zu schaffen. Um die Sache voranzutreiben, beauftragte er auch bereits eine auf Beleuchtungsanlagen spezialisierte Firma damit zu prüfen, welche Möglichkeiten bestehen würden, zwar den Mühlstein, aber nicht sein Schlafzimmer anzustrahlen.
„Ich möchte lediglich meinen Frieden haben und in Ruhe hier leben“, sagt der Katalane. Und dann sagt er lächelnd: „Vergangene Nacht war der Scheinwerfer zum ersten Mal seit Tagen nicht an und ich konnte endlich wieder durchschlafen. Ich hoffe sehr, dass es in den kommenden Nächten dabei bleiben wird.“
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