Coca, Feigen und Anis bereichern die Sonnenwendfeiern in Alicante
Claudia Mussotter
Die Johannisnacht ist nicht nur die kürzeste, sie ist auch die magischste Nacht des Jahres. Mystisches, Heidnisches, Religiöses, Volkstümliches und Historisches, im Lauf der Zeit miteinander verschmolzen, machen die Nacht zum facettenreichen Festtagsvergnügen, mit Feuerspektakeln, Ritualen, Essen, Trinken, Musik und Tanz bis zum Morgengrauen. In dieser Nacht kann alles passieren.
Besondere Bedeutung haben die Feiern zu Ehren von Sant Joan an der Mittelmeerküste, vom katalanischen Port Bou über die Balearen bis in den Süden der Comunidad Valenciana. So etwa in Alicante, wo der Sommeranfang, der Triumph des Lichts über die Dunkelheit, mit dem Verbrennen der berühmten Hogueras begrüßt wird.
Altes Brauchtum verlangt nach der entsprechenden kulinarischen Begleitung. Und vielleicht sind die Feiern zu San Juan oder Sant Joan so alt wie die Coca selbst, der typische, einer Pizza ähnliche Kuchen oder Fladen, der sie begleitet. Obwohl man an der Levante-Küste das ganze Jahr über Cocas schätzt, darf die traditionelle „Empanada“ an diesem Festtagsvergnügen auf gar keinen Fall fehlen.
Coca – die Resteverwertung
Zentrum der Coca-Bäckerei ist denn auch das Dreieck Katalonien – Land Valencia – Balearen; wobei jede Region ihre Spezialitäten hat. Rund, oval oder rechteckig, bedeckt, gefüllt, süß oder salzig – charakteristisch für die Coca ist ihre vielfältige Präsentation. Dabei zählte sie nie zur noblen Küche, sondern diente einfach der Resteverwertung. War ein Stück Teig vom Brotbacken übrig, wurde es flugs ausgerollt und mit einem Stück Wurst, einem gesalzenen Fisch oder etwas geschmortem Gemüse belegt, mit einem Schuss Olivenöl begossen und gebacken. Stand die Küche der Bäckerin mehr im Landesinneren, kamen Grieben, Äpfel, Käse oder Nüsse drauf. Es konnte auch ein Stück Chorizo sein, eine süße Kürbisfüllung (cabello de ángel), Auberginen, Pilze, Spinat und Pinienkerne: Es existieren sicher ebenso viele Versionen, wie es Coca-Bäcker gibt.
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