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Freitag, 26. Juni 2009

Durch verträumte maurische Dörfer

Ursprünglich: Wanderung durch Alpujarra-Orte der Sierra Nevada

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Ingrid Lechner

Auf der Südseite der Sierra Nevada, zwischen den Gebirgsflüssen Trevélez und Poqueira finden sich die Täler der Alpujarra, die schon Römer und Phönizier als bevorzugten Lebensraum schätzten. Massiv beeinflusst jedoch wurde diese Landschaft durch die acht Jahrhunderte währende arabische Herrschaft, welche die Architektur, die Gastronomie und sogar die Namen der Region prägte. Dank ihrer ausgeklügelten Bewässerungssysteme verwandelten sie die einst unwirtliche Berggegend in eine blühende und ertragreiche Gartenlandschaft. Die Balkone der weiß getünchten Häuser, deren verschiedene Ebenen durch Arkadengänge miteinander verbunden sind, faszinieren mit ihrem reichen Blumenschmuck. Im 13. Jahrhundert wurden die Regionen der Alpujarra in Gemeindebezirke, so genannte „Tahás“, aufgeteilt, wobei die Dorfgruppe mit den sieben Orten Pitres, Capilerilla, Mecina, Mecinilla, Fondales, Ferreirola und Atalbéitar die letzte heute noch intakte ist.
Die nachfolgende Wanderung, die durch fünf dieser teilweise noch in ihrer jahrhundertealten Struktur erhaltenen Dörfer der „Tahá-Dorfgruppe“ führt, sollte sich kein Alpujarra-Besucher entgehen lassen.
Vom Parkplatz in Busquistar (1.156 Meter hoch) gehen Sie weiter über den Kirchplatz und folgen der Beschilderung Ferreirola nach links. Durch die steilen, mittelalterlichen Gassen des Dorfs schlendern Sie abwärts, bis Sie auf eine Wandertafel und eine Markierung treffen, die Ihnen den Weg rechts nach Ferreirola weist.
Das Rauschen des wilden Rio Trevélez dringt bis hier herauf und vermischt sich mit dem Wiehern der Pferde und dem Blöken der Schafe zu einer liebenswerten Geräuschkulisse. Ziegenhirten gehen ihrer Arbeit nach und Bauern mit sonnengegerbten Gesichtern verrichten mit Maultier und Pflug ihre Feldarbeit. Die liebliche, grüne Landschaft ändert aber bald ihr Aussehen, der mit Blumen gesäumte Weg wird kurzzeitig felsiger und führt durch eine schroffere Bergregion. Salamander huschen über die Felsen, und im Frühling singen hier Steinschmätzer und Girlitze ihr Lied.
Bald haben Sie schon den ersten schönen Blick auf die sich an den Hang schmiegenden Tahá-Dörfer Ferreirola und Pitres. Alle diese Dörfer sind seit jeher durch ein faszinierendes Netzwerk aus Pfaden miteinander verbunden, die uns heute als Wanderwege zugute kommen. Wenn der Weg sich teilt, folgen Sie der Markierung nach rechts. Nachdem Sie einen Laubwald durchquert haben, öffnet sich die Landschaft, und auf einer wie eine Aussichtsplattform anmutenden Dreschtenne können Sie einen umfassenden Blick auf die umliegenden Berge genießen. Ein hübscher gekachelter Brunnen, der wohlschmeckendes und mineralreiches Sodawasser liefert, bietet sich kurze Zeit später zum Auffüllen Ihrer Wasserflaschen an.
Schon wenige Minuten danach erreichen Sie das kleine Dorf Ferreirola (1.003 Meter hoch), das während der Maurenzeit durch seine Seidenproduktion zu einem der bedeutendsten Orte in der Alpujarra wurde. Vom Dorfbrunnen und dem Lavadero aus geht es die kleine Gasse (Calle de Agua) abwärts zu einem zauberhaften Wiesenweg, der idyllisch zum fast ausgestorben wirkenden Ort Fondales führt (950 Meter hoch). Hier sind Sie am tiefsten Punkt der Wanderung angelangt und gehen nach rechts durch das Dorf aufwärts, immer auf die gelb-weiße Markierung achtend, die Sie am Ende des Dorfs nach Mecinilla bringt. Durch die an ein nordafrikanisches Berberdorf erinnernden Gassen von Mecinilla gehen Sie nach rechts und treffen auf die Straße nach Mecina. Vorbei an der Kirche und dem Rathausplatz folgen Sie an einer Straßengabelung rechts der Teerstraße nach Ferreirola. 15 Minuten wären Sie auf dieser verkehrsarmen Straße bis Ferreirola unterwegs, wenn Sie sich nicht von dem nach wenigen Minuten auftauchenden urigen Gasthaus zu einer aussichtsreichen Pause mit Blick auf die Sierra de Mecina verführen lassen würden.
Am schon bekannten Dorfbrunnen und dem Waschhaus in Ferreirola folgen Sie dann dem von Blumenwiesen gesäumten Weg aufwärts nach Atalbéitar (1.139 Meter hoch). Am Ortsanfang nach rechts gehend, treffen Sie auf den rot-weiß markierten GR 7.
An der nächsten Verzweigung verabschieden Sie sich aber von diesem Fernwanderweg und folgen dem Wiesenpfad nach rechts. Sie umlaufen einen Barranco, kommen an einem halb verfallenen, aber bewohnten Bauernhaus vorbei und nehmen am nächsten Abzweig den markierten Pfad nach links. Nach einem letzten Aufstieg erreichen Sie ein Plateau, wo Ihnen der terrassenartig angelegte Ort Busquistar zu Füßen liegt. Steigen Sie nun auf zur Alpujarra-Höhenstraße, und zehn Minuten später erreichen Sie Ihren Parkplatz in Busquistar.
Auch hier gibt es einige Bars, die darauf warten, Sie mit den landesüblichen Tapas verwöhnen zu können.

 


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