Alhama de Granada bietet seinen Besuchern Natur, lebendige Geschichte und Erholung
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Felix Rademacher
Alhama de Granada
Ein Rundgang durch Alhama de Granada ist nicht nur der Besuch einer kleinen verträumten Stadt in den Bergen am Rande der Provinz Granada. Es ist ein ebenso lehrreicher Ausflug durch die bewegte Geschichte Spaniens, der sich mit intensiven Naturerlebnissen und heilsamer Entspannung verbinden lässt.
Etwa eine Stunde sollte man für den Besuch der Altstadt einplanen, denn es gibt einiges zu entdecken: Das rote Castillo in der Ortsmitte zeugt bereits von der Anwesenheit der Araber in der Provinz Granada. Ein im Renaissance- und Barockstil gehaltenes Kloster des Karmeliterordens aus dem 16. Jahrhundert befindet sich etwas weiter unten in der Nähe der Touristeninformation. Hinter dem Gebäude lädt eine Aussichtsterrasse die Besucher zu einem ersten Blick auf die gewaltigen Schluchten, die Tajos, ein.
Besonders präsent wird die Geschichte des Orts beim Anblick der Hauptkirche Iglesia Mayor de Santa María de la Encarnación aus dem Jahre 1505. Sie wurde auf Bestreben der Katholischen Könige auf dem Grund einer alten Moschee errichtet. Alhama de Granada war die erste Stadt der Provinz Granada, die von den königlichen Truppen im Jahre 1482 eingenommen wurde und somit die Guerra de Granada, die Eroberung der letzten maurischen Bastion auf der Iberischen Halbinsel, einläutete. Das imposante Bauwerk spätgotischen Stils befindet sich gleich neben der sicherlich damals gefürchteten Casa de la Inquisición, von der heute nur die Frontfassade erhalten ist.
Begibt man sich nun weiter bergab, so kommt man vor dem Abstieg in die Schlucht an den in den Fels eingearbeiteten Kornkammern vorbei, die später auch als Gefängnis Verwendung fanden und ebenfalls aus der Zeit der Araber stammen. In die fünf Meter hohen Kammern dringt kaum Tageslicht, und ein Abstieg in die Finsternis kann das beklemmende Gefühl, das Gefangene dort damals verspüren mussten, erwecken.
Der Abstieg in die Schlucht und die idyllische Landschaft mit ihren zerklüfteten Felsen, den mit Gras bewachsenen Felshängen und verschlungenen Wegen verdrängt das Gefühl der Beklemmung schnell und lädt zum Wandern, aber auch zu einer kleinen Rast ein. Diese kann beispielsweise an dem von Pappeln gesäumten und von Schilf und verschiedenen Gräsern bewachsenen Río Alhama abgehalten werden, dessen Wasser sich seinen Weg durch die Schlucht bahnt. Aber auch beim Aufstieg zurück in die Altstadt kann man sich in den zahlreichen Cafés und Restaurants, die rund um die Plaza de la Constitución gelegen sind, erfrischen und stärken.
Etwa zwei Kilometer außerhalb in Richtung Granada befindet sich auf dem Weg zu den berühmten Balnearios und am Río Alhama gelegen eine kleine, rund 2.000 Jahre alte Steinbrücke, die von den Römern errichtet worden ist. Die Heilbäder, die, von warmen Quellen gespeist, dem Ort seinen Namen gaben, befinden sich weiter flussabwärts und sind ebenfalls einen Besuch wert. Alhama ist der arabische Ausdruck für „Bäder“, aber bereits die Römer wussten um die heilende Wirkung der etwa 47 Grad warmen Quellen, die heute von einem Hotel verwaltet und nur sonntags und montags zu besichtigen sind.
Außerhalb des Hotels, am Rande des Río Alhama, bietet sich dem Besucher allerdings auch eine kostenlose Möglichkeit, die Wirkung des warmen Wassers, das unter anderem Rheuma, Arthritis und verschiedene Hautkrankheiten lindern kann, am eigenen Leib zu erfahren. Wer die Schluchten von Alhama durchquert hat, kann seinen Füßen hier die nötige Ruhepause gönnen, das warme Wasser der Thermalquellen genießen und den Tag bei einem erholsamen Fußbad ausklingen lassen.