Unberührte Natur: Diesen Sandstrand finden Galicien-Urlauber auf der Insel Ons. Foto: Manuel Meyer
Von Manuel Meyer, dpa
Vigo
Die galicischen Atlantikinseln im äußersten Nordwesten Spaniens gehören zu den schönsten Nationalparks auf der Iberischen Halbinsel. Schroffe Steilklippen, schneeweiße Strände und Spaniens größte Möwenkolonie machen den Besuch auf den „Inseln der Götter“ für viele Urlauber zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Vorsichtig steuert Ramón Guimerans das Segelboot durch die Miesmuschelbänke in der Ría de Vigo. Die Zuchtstationen wirken von weitem wie kleine Schlachtschiffe, die in der fjordartigen Flussmündung vor Anker liegen. Fischer ziehen die tonnenschweren, bis zu 15 Meter langen Seile, an denen die Schalentiere hängen, mit Kränen auf ihre Boote. Danach ist der Weg zu den Cíes-Inseln frei.
Kurz nach dem Kap Home schlägt der raue Nordwind in die Segel, und das Boot schießt in Querlage durch das dunkle Blau des Atlantiks. Bereits nach wenigen Minuten sind der Strand Rodas und die dahinter liegende Landzunge zu erkennen, die die beiden Inseln Monteagudo und Illa do Faro verbinden. Ramón holt das Hauptsegel ein, drosselt die Geschwindigkeit und geht in der Bucht vor Anker. Das türkisblaue Wasser und der schneeweiße Sandstrand bilden einen starken Kontrast zu den Kiefern- und Eukalyptuswäldern dahinter.
Bei diesem Anblick kann man verstehen, warum die britische Zeitung „The Guardian“ die Praia das Rodas vor zwei Jahren zum „schönsten Strand der Welt“ wählte. „Seitdem können wir uns vor Besucheranfragen kaum noch retten“, versichert der Parkwächter José Manuel López. Natürlich möchte er, dass möglichst viele Menschen in den Genuss kommen, das Naturparadies kennen zu lernen. Zu viele sollten es aber auch nicht sein, damit das Ökosystem nicht zu sehr belastet wird: „Deshalb haben wir die Besucherzahl eingeschränkt. Maximal 2.200 Personen täglich dürfen die Insel besuchen“, erklärt José Manuel.
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