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Freitag, 26. Juni 2009

Darf es Krokodil in Sahnesoße sein?

Exotische Fleischsorten sind eine Attraktion auf der Speisekarte eines kleinen Restaurants im Inland

 

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Raúl erntet ungläubige Blicke, wenn er Krokodil- und Kängurufleisch anbietet.
Foto: A. Beckmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Beckmann
Benirrama

Wenn Raúl aus Benirrama Gästen, die erstmals in sein Restaurant, das Roca, kommen, die Spezialitäten des Hauses aufzählt, erntet er meist ungläubiges Staunen und nicht selten schallendes Gelächter. „Die Leute denken, ich veräpple sie“, sagt der Spanier und kann sich ein Lachen nicht verkneifen. „Es kostet mich dann viel Überzeugungskraft, ihnen klarzumachen, dass bei uns nicht nur regionale Köstlichkeiten, sondern tatsächlich auch Fleisch von Strauß, Känguru und Krokodil auf den Teller kommen.“
Wen wundert’s, dass die Gäste skeptisch reagieren? Schließlich liegt es nicht auf der Hand, dass man sich in einem der 100-Seelen-Dörfchen im Vall de Gallinera auch exotische Fleischgerichte auf der Zunge zergehen lassen kann. Möglich macht dies die Chefin des Hauses. Raúls Mutter Maribel bereitet die Exoten bereits seit Jahren in der Pfanne zu. „Straußenfleisch haben wir schon so lange auf der Karte, dass ich mich gar nicht mehr an die Anfänge erinnern kann“, meint die Köchin. Känguru- und Krokodilfleisch sei vor etwa drei Jahren hinzugekommen.
Dem Rinderwahn geschuldet
Dass sich die Familie überhaupt mit diesen nicht alltäglichen Fleischsorten angefreundet hat, lag an der BSE-Seuche. „Damals wollte kein Mensch mehr Rindfleisch essen“, erinnert sich die Spanierin. „Als uns dann eines Tages ein neuer Vertreter besuchte und fragte, ob wir nicht mal Strauß probieren wollen, haben wir nicht lange überlegt und es getestet.“ Und offenbar für so gut befunden, dass es heute noch einen festen Platz auf der Speisenkarte hat.
Sie seien immer offen dafür, neue Dinge auszuprobieren, erklärt die Köchin. Und Raúl scherzt: „Es fehlt eigentlich nur noch, dass meine Mutter anfängt, Schlangenragout zuzubereiten.“ Während er das sagt, hantiert er in der Küche, wo er seiner Mutter oft zur Hand geht. Ihm sei ein saftiges Rindersteak allerdings lieber, verrät er mit Fingerzeig auf den Fleischbrocken, aus dem er Filets herausschneidet. Sein jüngerer Bruder hingegen sei ganz versessen auf Känguru.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in unserer Druckausgabe.




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