Kein guter Moment, um Chiringuitos abzureißen: Strandbars schaffen Arbeit und locken Touristen an
Bieten Erfrischung direkt am heißen Strand: Chiringuitos wie der in Dénia sind bei Badegästen beliebt. Foto: Ángel García
Susanne Eckert/Anne Thesing
Jávea ohne Strandbars? Das will man am Primer Montañar nicht glauben. „Hier fängt der Sommer doch erst so richtig an, wenn wir aufbauen“, sagt Robin Lee vom Fresquito. Ohne die Chiringuitos würde Jávea viel von seiner Anziehungskraft verlieren. „Wir werden von diesem Gesetz nicht berührt“, meint Lee. „Wir beanspruchen ja nur wenige Meter und bauen nach der Saison alles ab.“ Betroffen seien die großen, fest installierten Chiringuitos in Andalusien. „Aber dort würden sehr viele Arbeitplätze verloren gehen, wenn man sie schließt“, gibt er zu bedenken.
Was in Zeiten der Krise besonders schwer ins Gewicht fällt und denn auch die Unternehmer in diesem Jahr zu zahllosen Protesten gegen die Auswirkungen des bereits 1988 erlassenen spanischen Küstengesetzes auf die Chiringuitos veranlasst hat. Doch schon vor zwei Jahren sorgte die Nachricht, alle Strandbars müssten verschwinden, da sie laut Gesetz zu nah am Wasser gebaut seien, für Aufregung. Damit gehöre 2008, so die damals düstersten Voraussagen, das gemütliche Bier am Chiringuito der Vergangenheit an.
Keine Unvereinbarkeit
Zur Freude vieler hat sich diese Voraussage nicht erfüllt und wird sich wohl auch in diesem Jahr nicht erfüllen. Darauf jedenfalls lassen jüngste Äußerungen von Politikern schließen, die sich offenbar – abgesehen von den ohnehin schon großen Protesten – auch durch eben die aktuelle Krise in die Ecke gedrängt fühlen.
Beispiel Valencia: Nachdem die valencianische Tourismusministerin Angélica Such (PP) kritisiert hatte, dass eine rigorose Anwendung des Gesetzes momentan keinen Sinn mache, stellte der Abgeordnete der spanischen Zentralregierung für das Land Valencia, Ricardo Peralta (PSOE), überraschend klar, dass es „keine Unvereinbarkeit zwischen dem Küstengesetz und den Chiringuitos gibt“.
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