Der langsame Abschied vom analogen Fernsehsignal beginnt
Nur ein Flimmern zu sehen? Dann fehlt möglicherweise ein Empfänger für digitales Fernsehen. Foto: Hoff
Nina Hoff
In sieben Gemeinden des Landes Valencia werden ab dem 30. Juni die Bewohner – sofern sie nicht bereits vorgesorgt haben – vergeblich in ihre liebgewonnene Fernsehröhre gucken. Dann hat sie auch bei ihnen zugeschlagen, die erste von insgesamt drei Digitalisierungsphasen des spanischen TVs. Statt Nachrichten, der täglichen Serie oder dem Spätkrimi nur schwarzweißes Flimmern und die Nachricht, dass dieser Kanal ab sofort nur noch digital zu empfangen ist. Die sieben Gemeinden, die es hierzulande treffen wird, sind Camporrobles, Caudete de las Fuentes, Fuenterrobles, Requena, Utiel, Venta del Moro und Villargordo del Cabriel.
Überraschen dürfte das freilich niemanden mehr, denn der „apagón“, das Abschalten des analogen Signals, ist jeweils zur vollen Stunde auf den privaten und öffentlichen Sendern eingeblendet. Zudem eine Telefonnummer – 901 201 004 –, unter der sich der Fernsehzuschauer informieren kann.
Wie der Regierungsbeauftragte für das Land Valencia, Luis Felipe Martínez, kürzlich in einer Pressekonferenz erklärte, haben rund 83 Prozent der betroffenen Anwohner bereits vorgesorgt und können problemlos das terrestrische Signal empfangen. Jetzt gelte es, auch die fehlenden 17 Prozent von den Vorteilen des so genannten „TDT“ (Televisión Digital Terrestre“, digitales terrestrisches Fernsehen) zu überzeugen und ihnen zu erklären, wie sie das auf ihren Bildschirm bekommen.
Indes laufen etliche, darunter besonders ältere Menschen, Gefahr, ins digitale „Off“ gedrängt zu werden, sind überfordert mit der neuen Technik. Deshalb will das zuständige Ministerium für Industrie, Tourismus und Handel in den Zonen, die von der Umstellung betroffen sind, sowohl feste wie auch mobile Informationsbüros unterhalten, wo viele Fragen rund um das Thema „TDT“ beantwortet werden.
Digitales Fernsehen dürfte den meisten Lesern bereits aus der deutschen, schweizerischen oder österreichischen Heimat bekannt sein, wo die Abschaltung analoger Signale und die Umstellung auf terrestrisches Fernsehen größtenteils bereits vollzogen wurde. Jetzt ist auch Spanien an der Reihe.
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