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Freitag, 26. Juni 2009 |
Die Weder-noch-Generation
Junge Leute unter 35 Jahren mit hoher Frustrationsrate
Studenten im Hörsaal: Immer weniger junge Leute sehen im Studium einen Sinn.
Foto: A. García
Madrid – ak. Die Generation der jungen Spanier unter 35 Jahren ist im Vergleich zu der ihrer Eltern hochqualifiziert. Trotzdem läuft sie Gefahr, einen niedrigeren Lebensstandard zu haben. Die Wirtschaftskrise macht die Jobsuche schwierig. Viele Akademiker müssen sich mit 1.000-Euro-Jobs zufriedengeben. Die Emanzipation vom Elternhaus wird verschoben.
Fehlende Zukunftsperspektiven bewirken indes einen kulturellen Wandel: Laut dem Soziologieprofessor der Fernuniversität Uned, José Félix Tezanos, identifizieren sich die jungen Leute heutzutage nicht mehr mit Traditionswerten wie Job, Religion oder Familie, sondern definieren sich über Hobbys oder individuelle Vorlieben. Der Soziologieprofessor der Universität Sevillas, Eduardo Bericat, meint, die jungen Leute zweifelten immer stärker, ob sich das Lernen auszahlt. Kein Wunder: Nur 40 Prozent aller Uni-Absolventen haben eine Arbeit, die ihren Qualifikationen angemessen ist.
Nach einer Studie des Jugendinstituts Injuve sind zwar über 80 Prozent der jungen Leute zufrieden mit ihrem Leben. Zugleich aber hätten 54 Prozent infolge des hohen Frustrationsrisikos keinerlei Ambitionen und wollten weder arbeiten noch studieren. Ergebnis sei „eine Generation wenig idealistischer Pragmatiker“, die ihre Jugendzeit bis zum 35. Lebensjahr verlängere.
Gleichwohl drohe Spanien keineswegs eine apathische Generation, meinen die Experten. Dass junge Leute etwa hinter Zielen wie Umweltschutz und Gleichberechtigung der Frau stünden, belege die Suche nach einem gerechteren Gesellschaftsmodell.
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