50 Jahre Absturz bei Palomares

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Am 17. Januar jährte sich zum 50. Mal der Atombombenunfall bei Palomares in der Provinz Almería. Ein historisches Datum. Und die Spuren sind noch immer nicht beseitigt.
Am 17. Januar 1966 stürzten ein B52-Bomber der US Air Force und ein Tankflugzeug beim Versuch, den Bomber in der Luft aufzutanken, über Cuevas de Almanzora ab. Sieben Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. An Bord vier Atombomben, allerdings nicht scharf gemacht.
Eine wurde unbeschädigt an Land gefunden, zwei fielen nahe des Ortsteils Palomares auf den Boden, platzten beim Aufprall auf und setzten radioaktives Plutonium frei, die vierte fiel ins Mittelmeer und wurde 80 Tage später geborgen. Um das radioaktiv verseuchte Erdreich geht es bis heute.
Das US-Militär hatte 1.600 Tonnen kontaminierten Boden und Gemüse in 4.810 Fässern in die USA fliegen lassen, die Bevölkerung wurde mit umgerechnet mit sieben Millionen Euro entschädigt. Die Gegend wurde gereinigt, und der damalige Informations- und Tourismusminister Manuel Fraga ging baden – um den Touristen zu zeigen, dass sie keine Angst zu haben bräuchten.
Aber weitere 50.000 Kubikmeter Erdreich sind noch immer durch ein halbes Kilo Plutonium verseucht – bis heute. Sie sind inzwischen eingezäunt und dürfen nicht betreten, geschweige denn bebaut werden.
Am 19. Oktober 2015 unterzeichneten der US-amerikanische Außenminister John Kerry und José Manuel García-Margallo für Spanien eine gefeierte Absichtserklärung: Ein Vertrag muss erst noch folgen, aber die Amerikaner wollen dafür sorgen, dass die kontaminierte Erde in militärischen Einrichtungen in der Wüste von Nevada gebunkert werden soll. Ein Schritt – mehr nicht.
Die Kosten für eine fachgerechte Entsorgung inklusive des Baus einer speziellen Straße für den Transport von Palomares zum Hafen von Cartagena, die endgültige Lagerung und die Haftpflichtversicherung könnten sich auf 640 Millionen Euro belaufen, errechnet die Zeitung „El País“.
Die amerikanische Botschaft wird von „El País“ mit den Sätzen zitiert, „obwohl wir in der Klärung vieler technischer Details weitergekommen sind, wird ein bindendes Abkommen erst mit der neuen spanischen Regierung unterzeichnet werden können.“
Das kann dauern, und im November sind Präsidentschaftswahlen in den USA. Mit etwas diplomatischem Pech strahlt Palomares bis zum nächsten Jubiläum weiter.

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