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Freitag, 06 September 2013

Die Rückkehr im Blick

Chacóns Auszeit ist gut geplant – Neuer Anlauf für Spitzenkandidatur

Carme Chacón bei der Pressekonferenz in Barcelona.  Foto: EFE Carme Chacón bei der Pressekonferenz in Barcelona. Foto: EFE

Barcelona – tl.

Die Entscheidung der Ex-Verteidigungsministerin und Sozialistin Carme Chacón (42), vom politischen Geschäft eine einjährige Auszeit zu nehmen und als Dozentin in Miami an der Uni tätig zu sein, hat unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Kritische Stimmen werfen der Rivalin von Parteichef Alfredo Pérez Rubalcaba Fahnenflucht vor: „Sich hier aufzureiben, das ist es, was die Partei braucht“, zitiert die Zeitung „El País“ ein namentlich nicht genanntes PSOE-Vorstandsmitglied.
Der katalanische Landesvorsitzende Pere Navarro, dessen Schaukelkurs in der Unabhängigkeitsfrage Chacón nicht unterstützte, äußerte Verständnis für den Schritt. „Ihre Rückkehr wird sehr wertvoll für die Sozialisten sein“, prophezeite Navarro.
Eine Rückkehr, genau das hat Chacón auch vor. Ihre Auszeit ist offensichtlich gut geplant. So will die Sozialistin nach der Europawahl im Mai kommenden Jahres wieder auf der politischen Bühne in Spanien erscheinen. Dann nämlich sieht der bisherige PSOE-Fahrplan die Vorwahlen für die Spitzenkandidatur der Sozialisten für die Parlamentswahl 2015 vor.
Chacón machte bei der Pressekonferenz in der vergangenen Woche, bei der sie ihren Abschied verkündete und begründete, auch keinen Hehl aus ihren Ambitionen in der Partei. „Ich stehe weiterhin für eine generationsmäßige und politische Erneuerung“, sagte die Politikerin. „Und wenn sich dieser Prozess öffnet, werde ich sehr aktiv daran teilnehmen.“ So gehen alle Kommentatoren davon aus, dass sich Chacón dann als Kandidatin präsentieren wird.
Bereits für die Parlamentswahl 2011 hatte Chacón Spitzenkandidatin der PSOE werden wollen. Ihr überraschender Verzicht aber machte den Weg frei für Rubalcaba. 2012 bewarb sie sich beim Parteitag in Sevilla für den Generalsekretärsposten. Sie unterlag Rubalcaba. Es fehlten ihr 22 Stimmen, um Parteichefin zu werden.

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