technische Umsetzung:leben in spanien

cn temp01 headleft

cn logo big

Freitag, 06 September 2013

Zwei Seelen in einem Gesetz

Regierungspläne zu Fracking gehen in die parlamentarische Anhörung

Protest gegen Fracking in Santander. Foto: EFE Protest gegen Fracking in Santander. Foto: EFE

Madrid – tl.

Die Regierung und speziell Industrieminister José Manuel Soria würden so gerne ganz schnell das Fracking in Spanien auf einfache Weise möglich machen. Doch der Widerstand in der Gesellschaft gegen diese umstrittene Erdöl- und Ergasfördermethode ist enorm. Das weiß die Regierung und hat am vergangenen Freitag dem Parlament eine Gesetzesinitiative zur Beratung vorgelegt.
Mit dem Entwurf will die Regierung beiden Interessenslagen gerecht werden. Zum einen soll das Genehmigungsverfahren für Fracking vereinfacht und damit beschleunigt werden. Um Bedenken von Umweltschützern Rechnung zu tragen, soll andererseits jedes Fracking-Projekt intensiv auf seine Auswirkungen auf die Umwelt geprüft werden. Diese Prüfung ist bislang im Genehmigungsverfahren nicht vorgesehen.
Die Regierung erhofft sich, mit Fracking die extreme Abhängigkeit von Energie-Importen zu verringern. 99 Prozent des Erdöl- und Erdgasbedarfs muss Spanien aus dem Ausland beziehen. Der Oberste Rat der Bergbauingenieurskammern schätzt in einer Studie, dass Fracking in Spanien Erdgasvorkommen erschließen könnte, die den Verbrauch über 39 Jahre lang decken würden.
Fracking ist eine Methode, bei der in Tiefbohrungen eine Flüssigkeit (Fracfluid) eingepresst wird, um im Reservoir-Gestein Risse zu erzeugen, aufzuweiten und zu stabilisieren. Dadurch wird die Gas- und Flüssigkeitsdurchlässigkeit der Gesteinsschicht erhöht, damit Fluide wie Erdgas, Erdöl oder Wasser leichter zur Bohrung hin fließen können. Kritiker heben die Gefahr von Grundwasserverunreinigungen sowie seismische Aktivitäten infolge von Fracking hervor.

Einen Kommentar verfassen

0
  • Keine Kommentare gefunden
Powered by Komento