Einigung über Migrantenrücknahme

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Migranten auf dem Mittelmeer. Foto: dpa

Madrid – dpa. Die spanische Regierung hat mit Marokko eine Einigung über eine teilweise Rücknahme von im Mittelmeer aufgegriffenen Migranten erzielt. Bislang wurden alle Flüchtlinge, die in der Straße von Gibraltar oder dem Alborán-Meer auf dem Weg nach Spanien von Booten gerettet wurden, automatisch nach Spanien gebracht.

Das soll sich nun ändern. Ab sofort gelte: Wenn die spanische Seenotrettung in Zusammenarbeit mit der marokkanischen Küstenwache Migranten aufgreife, dürften diese in das nordafrikanische Land gebracht werden, wenn deren Küste näher liege als ein spanischer Hafen, berichtete die Zeitung „El País“ am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise.

Zuletzt hatte Spanien mit der EU 140 Millionen Euro an Unterstützung für Marokko ausgehandelt, um den Grenzschutz zu verbessern und Flüchtlinge besser zu integrieren. Die Zeitung spekulierte, mit dem Schritt wolle die sozialistische Regierung von Pedro Sánchez Wählerstimmen gewinnen. Sánchez hatte kürzlich eine Neuwahl für den 28. April angekündigt, nachdem er im Parlament in Madrid mit seinem Haushalt gescheitert war. Nach Zahlen des spanischen Innenministeriums kamen 2018 fast 64 300 Migranten illegal nach Spanien – 131 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Wegen der harten Haltung der populistischen Regierung in Italien hatte sich der Flüchtlingszustrom im vergangenen Jahr zunehmend nach Spanien verlagert.

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