Filmpreise in Sevilla vergeben

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Regisseur Pawel Pawlikowski (2.v.r) und sein Team präsentieren ihre Trophäen für "Cold War". Foto: dpa

Sevilla – dpa. Das polnische Liebesdrama „Cold War“ ist der große Sieger beim 31. Europäischen Filmpreis am Samstag in Sevilla. Gleich fünf Trophäen holte der melancholische Schwarz-Weiß-Film von Oscar-Preisträger Pawel Pawlikowski bei einer Gala in Sevilla. Nicht nur die Auszeichnung für den besten Spielfilm des Jahres ging am Samstagabend an „Cold War“. Geehrt wurde auch die Hauptdarstellerin. Weitere Preise gab es für Regie, Drehbuch und Schnitt.

Die Deutschen mussten sich mit zwei Preisen in Nebenkategorien begnügen. Die 49-jährige Marie Bäumer war die große deutsche Hoffnung des Abends gewesen. Sie war für ihre Rolle als Romy Schneider in „3 Tage in Quiberon“ als beste Schauspielerin nominiert – ging am Ende aber wie bereits bei der Berlinale leer aus. In der Kategorie Bester Spielfilm waren die deutschen Filmemacher nach dem Triumph von Maren Ades „Toni Erdmann“ vor zwei Jahren dieses Mal erst gar nicht angetreten.

Zwei Trostpreise gab es dennoch: Christoph M. Kaiser und Julian Maas erhielten für Emily Atefs „3 Tage in Quiberon“ die Auszeichnung für die beste Filmmusik. André Bendocchi-Alves und Martin Steyer wurden für das Kriegsverbrecher-Drama „Der Hauptmann“ mit dem Preis für das Beste Sounddesign geehrt. Der britische Hollywoodstar Ralph Fiennes („Der englische Patient“), der für seinen „Beitrag zum Weltkino“ ausgezeichnet wurde, spielte auf den Brexit an. „Kann ich englisch und europäisch sein?“, fragte er. „Ich sage leidenschaftlich: Ja!“

Ausgelassenen Schwung verliehen der Gala Flamenco-Einlagen und die wechselnde Präsentatoren aus allen europäischen Himmelsrichtungen. Hingucker des Abends war aber eindeutig die spanische Filmdiva Rossy de Palma („Fessle mich!“, „Madame“), die im ausladenden schwarzen Kleid ihr Talent als Entertainerin bewies. Regisseur Constantin Costa-Gavras (85) wurde mit dem Ehrenpreis des EFA-Vorstands ausgezeichnet. Er sei mit Filmen wie „Z“ und „Der unsichtbare Aufstand“ der Begründer eines neuen Genres gewesen – der Verbindung von Thriller und politischer Kritik.

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