Fischer warnen

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Nach dem Sterben von Tausenden von Fischen räumen Helfer das Mar Menor auf so gut es geht. Foto: Ángel García

San Pedro del Pinatar – ds. Wie bereits in der aktuellen Ausgabe n°1870 berichtet, boten Strände des Mar Menors in den letzten Tagen ein regelrechtes Bild des Jammers. Drei Tonnen tote Fische, Krebse und andere Meerestiere wurden seit Donnerstag, 10. Oktober, an den Stränden der Region Murcia angeschwemmt. Laut der spanischen Tageszeitung La Verdad, warnt nun der Präsident der Fischerzunft von San Pedro del Pinatar, Jesus Sanchez, davor, dass die Erholung dieses Ökosystems nur sehr langsam erfolgen wird, auf keinen Fall „bis zu einem Jahr, wie von einem regierungsnahen Wissenschaftler vorhergesagt.“ Zudem bekräftigt er, dass das Mittelmeer in fünfzig oder sechzig Jahren eine ähnliche Umweltkatastrophe erleiden könnte.

Jesús Sánchez ist Fischer in fünfter Generation und über die jahrelange „Vernachlässigung“ des Mar Menors, empfinde man „Wut und Frustration.“ Als Hauptverantwortliche für die katastrophale Situation sieht er die Regionalregierung sowie die Industrie zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, nicht aber die Kleinerzeuger. „Die europäische Regierungen machen der Fischerei den Garaus und fördern gleichzeitig Fischzuchtanlagen, die dem Ökosystem Schäden zufügen“, alarmiert der Fischerei-Präsident und fordert eine „tief greifende Debatte in Europa, weg von Privatinteressen und Großindustrie.“

Im Falle der Salzlagune seien dringend Maßnahmen an Land und nicht auf See erforderlich. Zu diesen zähle die Beseitigung von Nitrateinleitungen ins Meer, die Instandsetzung von Kanalnetzen in Küstengemeinden, die Zugangsregelung für Motorboote sowie der Abriss eines Sporthafens. „Wir haben eine Situation erreicht, in der niemand nachgeben will, aber wenn wir es nicht tun, werden wir ein totes Meer und eine für immer am Boden liegende Region zurückgelassen“, so Sanchez, der an die Behörden appelliert, „nicht mehr in die andere Richtung zu schauen und sich nur den Interessen des Industriesektors anzunehmen“.

Die Fischer von San Pedro warten nun auf das Ergebnis eines fachlichen Gutachtens, das sie eigens in Auftrag gegeben haben.

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