Krise an der Börse

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Einige Experten sehen die Entwicklung als Warnsignal für eine neue Rezession. Foto: dpa

Madrid – sk. Die Börsenkurse und die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland haben am Mittwoch bei den Kursen für Staatsanleihen eine Entwicklung ausgelöst, die einige Wirtschaftsexperten als ein Warnsignal für eine neue Rezession interpretiert haben. Die Zinsen für die spanische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren fielen daraufhin am Donnerstag auf ein historisches Tief von 0,028 Prozent, der deutsche Referenzwert (-0,716 Prozent) und der anderer EU-Staaten rutschten sogar ins Negative. Was heißt das? Erstmal, dass Investoren ihr Geld in Anleihen mit festen Zinssätzen anlegten. Die ungewöhnlich große Nachfrage danach drückte die Kurse.

Was die Analysten so nervös machte, ist die Anomalie vom Vortag, als die Zinssätze für kurzfristige Staatsanleihen an der US-Börse höher gehandelt wurden als die für langfristige. Normal ist andersherum. Aber die Investoren schätzten das Risiko, ihr Geld für zwei Jahre in Schuldanleihen der Staaten anzulegen, für höher ein als etwa für die Dauer von zehn Jahren. Kreuzen sich Kurskurven von kurz- und langfristigen Zinssätzen, gilt das allgemein als ein schlechtes Vorzeichen für die Wirtschaftsentwicklung. Zuletzt passierte das 2007, kurz bevor die Finanzkrise die USA und dann den Rest der Welt erfasste. Die Experten sind sich aber keineswegs einig in der Interpretation dieser Entwicklung.

Fraglich, ob eine allzu große Aufmerksamkeit auf die Entwicklung der Staatsanleihen wirklich gesund für die real-wirtschaftliche Entwicklung ist, und ob einige Anzeichen wie Kursentwicklung an den Börsen, das Bruttosozialprodukt in Deutschland und die Arbeitsmarkt in Spanien es bereits rechtfertigen, von einer neuen Krise zu sprechen. Die kann man auch herbeireden.

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