Marokko droht

0
1450
Proteste in Rabat gegen die Äußerungen von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Foto: dpa

New York – dpa. Nach einem Streit um Aussagen von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zum Konflikt in der Westsahara droht Marokko mit dem Abzug aller seiner Blauhelme aus Friedensmissionen. Das Land habe mitgeteilt, dass es zunächst seine Teilnahme am Einsatz in der Westsahara inklusive des Beitrags von rund drei Millionen Dollar (etwa 2,7 Millionen Euro) pro Jahr einstellen werde, sagte ein UN-Sprecher am Mittwoch (Ortszeit) in New York. Zudem habe Marokko mit dem Abzug aller 2300 derzeit entsandten Blauhelmsoldaten gedroht.

Der Streit war ausgebrochen, weil UN-Chef Ban die Kontrolle Marokkos über die Westsahara als „Besatzung“ bezeichnet hatte. Aus Protest waren in Marokkos Hauptstadt Rabat Tausende Menschen auf die Straße gegangen.

In einem Gespräch mit Außenminister Salaheddine Mezouar habe der UN-Chef die Situation nicht ausreichend geklärt, schrieb Marokko nun an die Vereinten Nationen und forderte eine offizielle Stellungnahme von Ban. Das lehnte dessen Sprecher Stéphane Dujarric ab.

Der Streit um die Westsahara schwelt seit vier Jahrzehnten. Nachdem Spanien die ehemalige Kolonie im Nordwesten Afrikas 1975 aufgegeben hatte, teilten Marokko und Mauretanien sie zunächst unter sich auf. Als Mauretanien seine Ansprüche 1979 aufgab, besetzte Marokko auch den übrigen Teil des Gebietes.

Mehr in der Printausgabe

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.