Nissan in Schwierigkeiten

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Die Zukunft des Nissan-Werks in Barcelona ist nicht garantiert, Foto: dpa

Barcelona – sk. Vorerst gescheitert sind die Tarifverhandlungen von Nissan und den Gewerkschaften. Dabei steht die Zukunft des Werks in Barcelona auf dem Spiel. Nun haben sich die Gewerkschaften geweigert, den Vorschlag der Arbeitgeber zu akzeptieren, der ihrer Meinung eben nicht die Zukunft des Werks in der Zona Franca nach der geplanten Ausstellung von 600 Mitarbeitern garantiert. Daraufhin erhoben sich die Arbeitgeber vom Verhandlungstisch und kündigten in einem Kommuniqué an, “die Konzernleitung anzuweisen, die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen” – was auch immer das heißen mag.

Die Tarifverhandlung ziehen sich schon seit Wochen hin, während die laufende Produktion nur 40 Prozent der Kapazitäten des Werks ausschöpft. Die Werksleitung versucht, die Belegschaft durch einen Plan zur Frührente zu verringern, gemäß dem Arbeiter und Angestellte bis 63 Jahre schaffen und in den Ruhestand gehen – bei einer Garantie von 85 Prozent des Gehalts. Ferner bringt Nissan eine Gehaltserhöhung von drei Prozent in vier Jahren ins Spiel, während die Gewerkschaften mindestens einen Inflationsausgleich fordern. Der wahre Streitpunkt aber ist die schriftliche Zusicherung über den Fortbestand des Werks, was eigentlich der Garantie für die Produktion eines neuen Modells gleichkommt. Die will Nissan Motor Ibérica trotz Kürzungen nicht geben.

Den Konflikt nun an die europäische beziehungsweise japanische Konzernleitung abzuschieben, kann eigentlich nicht im Interesse der Belegschaft sein. Damit wird der 200-Millionen Euro schwere Investitionsplan für das Werk aufs Spiel gesetzt, der allein 70 Millionen für die Lackierungsanlagen vorsieht. Diese können nur bis 2023 genutzt werden, das sie dann nicht mehr den Auflagen zum Umweltschutz entsprechen.

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