Pedro stört die Ruhe

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Stürmer Pedro äußert Rücktrittsgedanken. Foto: dpa

Saint-Martin-de Ré – dpa. Nach dem glanzvollen Einzug ins Achtelfinale genoss Spaniens Mannschaft erstmal einen Frauen- und Familientag. Der ansonsten eher scheue Superstar Andrés Iniesta postete sogar ein Foto vom Strand der Ile de Ré, das ihn freudestrahlend mit Gattin Anna und den Kindern Valeria (5) und Paolo Andrea (1) zeigt. Mit der Ruhe und Ausgelassenheit vor dem letzten Gruppenspiel des Titelverteidigers der Fußball-EM gegen Kroatien an diesem Dienstag (21.00 Uhr/ARD) in Bordeaux war es dann aber schnell vorbei: Ex-Weltmeister Pedro sorgte mit einer Rücktrittsforderung für Schlagzeilen.

Bereits mit einem Remis könnte Spanien den Gruppensieg bei der Fußball-EM perfekt machen. Dann wäre auf dem Turniertableau der wohl leichtere Weg Richtung Finale offen. Spätestens mit der 3:0-Gala gegen Türkei hat sich „La Furia Roja“ mächtig Respekt verschafft. Gegen Kroatien würde ein Unentschieden reichen, um dem großen Rivalen Italien im Achtelfinale aus dem Weg zu gehen. Als Erster würden die Iberer auf einen Gruppendritten treffen. Alle anderen Favoriten würden Spanien lieber später als früher zum Gegner haben. „Ich habe Spanien gegen die Türkei gesehen. Da haben sie es gut gemacht. Spanien macht es immer gut“, sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Falls die Spanier weiter siegen und Deutschland nur als Gruppenzweiter in die K.o.-Spiele einziehen würde, droht dem Weltmeister bereits im Viertelfinale eine Neuauflage des EM-Endspiel von 2012. Derzeit ist der Europameister von 2008 und 2012 in Frankreich so ziemlich das Gegenteil von dem, was man im Fußball als Wunschgegner bezeichnet.

„Ich kann mich noch gut erinnern: Die Spanier waren auch bei der WM 2014 eine klasse Mannschaft, obwohl sie zeitig ausgeschieden sind“, sagte Löw. Die Erfolge der Clubmannschaften von Real und Atlético Madrid sowie des FC Sevilla in den europäischen Clubwettbewerben sprächen für sich. „Spanien hat diesen Spielstil, diese Laufwege über Jahre geprägt“, erklärte der Bundestrainer, der 2012 beim 0:1 im Finale eine bittere Lehrstunde erhalten hatte. „Man sieht, dass die spanischen Mannschaften diese Dinge häufig trainieren von klein auf. Das sind Automatismen.“

Derweil hat Spaniens Ersatzspieler Pedro für Wirbel gesorgt. Er beklagte sich in einem Fernsehinterview über zu wenig Einsatzzeiten und bekräftigte bei einer Pressekonferenz in Bordeaux seine Rücktrittsgedanken. „Ich bereue nichts. Es war keine Attacke gegen den Trainer“, sagte der Angreifer vom FC Chelsea, fügte aber hinzu: „Wenn ich mich entschuldigen soll, vor allem bei den Fans, dann mache ich das.“

Es falle ihm schwer, seine Reservistenrolle zu akzeptieren, sagte er dem Fernsehsender Movistar Televisión. „Wenn ich keine Fortschritte sehe, dann wird es mir schwerfallen, weiter Teil der Mannschaft zu sein, für die Mitspieler da zu sein.“

Del Bosque will Pedros Vorpreschen offenbar intern regeln. „Ich habe mit ihm gesprochen. Er hat mir gesagt, dass er sich mit niemandem anlegen will“, sagte der Trainer. „Sein Unterbewusstsein hat ihn hintergangen. Er hat etwas gesagt, was ihn jetzt belastet.“

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