Prozess gegen Procés

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Demonstranten halten Abbildungen inhaftierter katalanischer Separatisten hinter Gittern bei einer Kundgebung. Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen sind neun angeklagte Separatistenführer von Gefängnissen in Katalonien nach Madrid verlegt worden. In der spanischen Hauptstadt soll am 12. Februar der Prozess gegen sie beginnen. Foto:dpa

Barcelona – dpa. Kurz vor dem Beginn des Prozesses gegen die katalanischen Separatistenführer haben Unabhängigkeitsbefürworter in der Konfliktregion zu neuen Demonstrationen und Protestaktionen aufgerufen. Vor dem Obersten Gericht in Madrid startet am Dienstag das Verfahren gegen zwölf frühere katalanische Politiker und Aktivisten, von denen die meisten im Zuge des verbotenen Unabhängigkeitsreferendums vom 1. Oktober 2017 seit über einem Jahr in Untersuchungshaft sitzen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung vor. Zum Prozessauftakt riefen die Separatistenparteien und verschiedene Organisationen zu Protestmärschen unter anderem in Barcelona, Girona und Tarragona auf.

Am kommenden Samstag sei zudem eine Großdemo im Zentrum Barcelonas geplant, berichtete die Nachrichtenagentur „Europa Press“ am Sonntag. Die Separatisten in Katalonien betrachten die Angeklagten als Opfer der spanischen Justiz und als „politische Gefangene“.

Für den 16. März hätten sie auch in Madrid zu einer Großkundgebung aufgerufen. Sie hofften auf die Unterstützung linker Parteien und von „Sympathisanten“ aus der Hauptstadt, hieß es. Es wäre das erste Mal, dass die katalanische Unabhängigkeitsbewegung in Madrid demonstriert, wo sich die meisten Bürger für die Einheit Spaniens einsetzen.

Das Gerichtsverfahren, bei dem etwa 500 Zeugen vernommen werden sollen, ist auf rund drei Monate angesetzt. Für den früheren Vizepräsidenten Kataloniens, Oriol Junqueras, fordert die Staatsanwaltschaft 25 Jahre Haft, für die anderen Angeklagten – darunter Ex-Minister und zwei Anführer der Separatistenbewegung – zwischen 16 und 17 Jahre. Der damalige Anführer der Separatisten, der frühere Regionalpräsident Carles Puigdemont, steht nicht vor Gericht. Er setzte sich 2017 rechtzeitig ins Exil nach Belgien ab.

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