Puigdemont wohl in Belgien

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Gegen Carles Puigdemont läuft unter anderem ein Strafverfahren wegen Rebellion. Foto: dpa

Madrid/Barcelona – dpa/ms. Gegen den von der spanischen Zentralregierung entmachteten Ex-Ministerpräsidenten Kataloniens, Carles Puigdemont, hat die spanische Justiz am Montag Anklage wegen Rebellion eingereicht. Puigdemont hat sich laut Medienberichten offenbar nach Belgien abgesetzt.

Die Flucht zeuge „von Verzweiflung“, sagte der Chefkoordinator der Volkspartei (PP), Fernando Martínez Maíllo, am Montag. Die Zeitung „La Vanguardia“ schrieb, Puigdemont und andere katalanische Politiker hielten sich in Brüssel auf. Dort wollten sie sich demnach am Montagnachmittag oder am Dienstag äußern.

Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Martínez Maíllo sagte zu den Berichten über die Flucht: „Ja, das ist anscheinend bestätigt.“ Am Sonntag hatte der nationalistische belgische Politiker Theo Francken, der Staatssekretär für Asyl und Migration ist, sein Land als möglichen Zufluchtsort für Puigdemont ins Spiel gebracht. Regierungschef Charles Michel hielt ihn allerdings gleich an, „kein Öl ins Feuer zu gießen“.

Die spanische Staatsanwaltschaft hatte zuvor Anklage gegen den Ex-Regierungschef und weitere Angehörige der abgesetzten Regierung erhoben. Die Vorwürfe gegen die Angeklagten lauteten unter anderem auf Rebellion, Auflehnung gegen die Staatsgewalt und Unterschlagung öffentlicher Gelder, sagte Generalstaatsanwalt José Manuel Maza in Madrid. Man schließe aufgrund der Schwere der Verbrechen keine Maßnahmen – also Inhaftierung und anschließende U-Haft – aus, betonte er. Sollten Puigdemont und die übrigen Angeklagten wegen Auflehnung gegen die Staatsgewalt oder gar Rebellion verurteilt werden, drohen ihnen bis zu 30 Jahre Haft.

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