Separatisten in Madrid

0
110
Demonstranten halten Abbildungen inhaftierter katalanischer Separatisten hinter Gittern bei einer Kundgebung. Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen sind neun angeklagte Separatistenführer von Gefängnissen in Katalonien nach Madrid verlegt worden. In der spanischen Hauptstadt soll am 12. Februar der Prozess gegen sie beginnen. Foto: dpa

Barcelona/Madrid – dpa. Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen sind am Freitag neun angeklagte Separatistenführer von Gefängnissen in Katalonien nach Madrid verlegt worden. In der spanischen Hauptstadt soll am 12. Februar der Prozess gegen sie beginnen, wie spanische Medien unter Berufung auf das Oberste Gericht berichteten. Die Verlegung der Politiker und Aktivisten, die seit mehr als einem Jahr in Haft sind, wurde vom Proteste Dutzender Unabhängigkeitsbefürworter begleitet.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten im Zuge des verbotenen Unabhängigkeitsreferendums vom 1. Oktober 2017 Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Mittel vor. Für den früheren Vizepräsidenten der Region, Oriol Junqueras, fordert sie 25 Jahre Haft, für die anderen Angeklagten – darunter ehemalige katalanische Minister und zwei Anführer der Separatistenbewegung – beantragte die Behörde zwischen 16 und 17 Jahre Gefängnis. Der Prozess, bei dem Dutzende Zeugen befragt werden sollen, werde voraussichtlich mindestens drei Monate dauern, so die Zeitung „El País“.

Nach dem Referendum und einem anschließenden Abspaltungsbeschluss hatte die Zentralregierung in Madrid die Region im Herbst 2017 vorübergehend unter Zwangsverwaltung gestellt. Junqueras und acht seiner wichtigsten Mitstreiter sitzen seither in U-Haft. Andere Separatisten flohen ins Exil, darunter der im Oktober 2017 abgesetzte Regionalpräsident Carles Puigdemont, der sich in Belgien aufhält.

 

Mehr in der Printausgabe

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.