Stellungnahme Puigdemonts angekündigt

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Pressevertreter am Montag vor dem Hauptquartier der nationalistischen flämischen NVA-Partei, in dem sich angeblich Puigdemont aufhielt. Foto: dpa

Madrid/Brüssel – dpa/ms. Der belgische Anwalt Paul Bekaert hat am Montagabend bestätigt, Puigdemont „persönlich gesehen“ gesehen zu haben. Kataloniens Ex-Ministerpräsident sei in Belgien und habe ihn als Berater angestellt, bestätigte Bekaert dem TV-Sender VRT in einem Interview. Für Dienstag kündigte er eine Stellungnahme Puigdemonts an.

Unklar blieb zunächst, ob der Katalane in Belgien Asyl beantragen will. „Das ist noch nicht beschlossen“, betonte Bekaert, der unter anderem auch Angehörige der früheren baskischen Terrorgruppe ETA vertrat und auf Menschenrechte sowie Auslieferungsfragen spezialisiert ist. Um die weiteren Schritte zu beschließen, wolle man abwarten, „wie Spanien reagiert“, sagte der Anwalt.

Die spanische Staatsanwaltschaft hatte am Montag Anklage gegen Puigdemont und weitere Angehörige der abgesetzten Regionalregierung erhoben. Die Vorwürfe gegen die Angeklagten lauteten unter anderem auf Rebellion, Auflehnung gegen die Staatsgewalt und Unterschlagung öffentlicher Gelder, sagte Generalstaatsanwalt José Manuel Maza. Ihnen droht im Fall einer Verurteilung eine langjährige Haftstrafe.

Die Entscheidung Puigdemonts zur Ausreise aus Spanien löste große Überraschung und viel Kritik aus. Die Zeitung „El País“ sprach von einem „tragikomischen Schwank“. Nach Medienberichten soll der 54-jährige liberale Politiker schon am Wochenende mit dem Wagen nach Marseille und von dort nach Brüssel geflogen sein. Nach Belgien sollen laut Medien auch fünf seiner Ex-Minister gereist sein.

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