Höchste Zeit zu handeln

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75 Prozent der Iberischen Halbinsel ist von Verwüstung bedroht. Fotos: Ángel García

Madrid – sg. Sintflutartige Regenfälle und Überschwemmungen auf der einen, lange Dürreperioden auf der anderen Seite. Die Menschen an der Mittelmeerküste Spaniens bekommen die Auswirkungen des Klimawandels immer deutlicher zu spüren. Die Hitzewellen im Sommer werden länger, die Unwetter im Herbst richten häufiger und mehr Schäden an. „Tiempo de actuar“, „Zeit zu handeln“, lautet das Motto der diesjährigen 25. UN-Klimakonferenz (COP 25), die in Madrid bis 13. Dezember dauert.
Im Mittelpunkt des Gipfels stehen letzte Detailregeln für die Umsetzung des Übereinkommens, das auf der Weltklimakonferenz in Paris im Dezember 2015 beschlossen wurde. Erstmals hatte sich damals die Staatengemeinschaft auf bindende Regelungen geeinigt, die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad Celsius zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, um den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Doch das Ziel scheint aus heutiger Sicht nur noch schwer erreichbar.

Kurz vor Klimakatastrophe
Der für die globale Erwärmung verantwortliche Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) müsse noch vor 2030 um 45 Prozent reduziert werden, sagte UN-Generalsekretär Antonio Guterres bei der Eröffnung des Gipfels in Madrid. Bis 2050 soll die Welt treibhausgasneutral sein, das heißt, kein Kohlendioxid soll mehr in die Luft gelangen. Guterres sprach von einem letzten Aufruf, um den Planeten Erde vor der Klimakatastrophe zu bewahren.
Über 25.000 Teilnehmer, darunter Vertreter der 200 Vertragsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention, Journalisten und Beobachter von Nichtregierungsorganisationen diskutieren über die Frage, auf welche Weisen die Klimaschutz-Anstrengungen der Länder erhöht werden können.
Der diesjährige Gipfel sollte eigentlich in Chiles Hauptstadt Santiago stattfinden. Doch der chilenische Präsident Sebastián Piñera sagte die Konferenz wegen der anhaltenden – bereits Todesopfer fordernden – Proteste gegen die Regierung und die soziale Ungleichheit in dem Land ab. Madrid sprang kurzfristig als Gastgeber ein und damit ausgerechnet eine Stadt, die mit hoher Luftverschmutzung zu kämpfen hat. Im November 2018 hatte die damalige linke Stadtregierung die Initiative Madrid Central ins Leben gerufen, die den Autoverkehr in einer kleinen Zone beschränkte.

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