Alcalde mit Zivilcourage

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Wo Touristen sind, sind Taschendiebe nicht weit. Ein Bürgermeister hat durch sein beherztes Eingreifen einen Dieb aufhalten können. Foto: CBN-Archiv

Benidorm/Callosa d’en Sarrià – sk. Der Bürgermeister von Callosa d`en Sarrià, Andrés Molina, sieht aus, als sei ihm eine Horde britischer Hooligans übers Gesicht getrampelt. Der PP-Bürgermeister sprang am Donnerstagabend in Benidorm einer Touristin bei, die von einem Taschendieb überfallen wurde. Molina versuchte den Dieb aufzuhalten, geriet in ein Handgemenge mit ihm und wurde zu Boden geworfen. Dabei schlug er unglücklich auf, so dass er sich Schürfwunden im Gesicht und ein blaues Auge zuzog. Der flüchtige Dieb konnte kurz darauf von einer Patrouille der Nationalpolizei aufgehalten werden, die der Frau ihre Geldbörse wiedergeben konnte.

Der Bürgermeister aus dem Nachbarort wurde im Polizeikommissariat empfangen, wollte sich aber gegenüber der Presse nicht zum Vorfall äußern.

In Spanien sorgt ein ähnlicher Fall für reichlich Diskussionstoff. Dabei verhinderte ein Bürger ebenfalls einen Raub. Allerdings streckte er den Täter zu Boden, der sich beim Sturz tödlich verletzte. Da das Opfer sich zu dem Zeitpunkt bereits außer Gefahr befand und der Bürger den Dieb zu Boden schlug, um ihm das Diebesgut zu entreißen, verurteilte der Richter ihn wegen fahrlässigen Totschlags. Die zweijährige Haftstrafe wird er wohl nicht antreten müssen, allerdings steht auch eine Entschädigungszahlung von 180.000 Euro an die Hinterbliebenen im Raum. Die rechtspopulistische Partei Vox wollte sich auf die Seite des Verurteilten schlagen, dieser wünschte allerdings wie der Bürgermeister von Callosa keine „Politisierung“ des tragischen Vorfalls.

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