Alicantes Trauma

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Foto: Ángel García

Alicante – ms. Auf dem Platz hinter Alicantes Mercado Central herrscht geschäftiges Treiben. Hausfrauen ziehen eilig ihre vollen Einkaufstrolleys hinter sich her, nachdem sie sie in der Markthalle mit frischem Gemüse, Obst, Fleisch oder Fisch beladen haben. Bekannte werden im Vorbeigehen gegrüßt, wer etwas mehr Zeit hat, lässt sich für eine schnelle Tasse Kaffee in der Bar gegenüber nieder. Die Metallplatte, die unweit des Markthalleneingangs in den Boden eingelassen ist, und über die Füße und Trolleyräder hinwegeilen, beachtet kaum jemand.

Kein Wunder, sagt Miguel Ángel Pérez Oca. Die Plakette, die an den wohl verheerendsten Bombenangriff des Spanischen Bürgerkriegs erinnert, sei ja kaum zu sehen. Der Schriftsteller und Hobbyhistoriker hat in seinem Buch „25 de Mayo. La tragedia olvidada“ (25. Mai. Die vergessene Tragödie) den schlimmsten Tag in der jüngeren Geschichte der Provinzhauptstadt dokumentiert.

Am 25. Mai 1938, vor genau 80 Jahren, warfen um 11.10 Uhr neun italienische Flugzeuge des Typs Sparviero 79 genau 90 Bomben über der Stadt ab. Die meisten Todesopfer waren auf dem Obst- und Gemüsemarkt neben Alicantes heutiger Markthalle zu beklagen. „An jenem Tag gab es frische Artischocken aus der Vega Baja und Sardinen. Der Markt war voll mit hungrigen Menschen“, erklärt Pérez.

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