Auf geschusterten Wegen

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Das Schuhmuseum stellt auch Festbekleidung aus.

Elda – sw. „Cada uno sabe dónde le aprieta el zapato“ – jeder weiß, wo ihn der Schuh drückt, sagt ein spanisches Sprichwort, und es wäre nicht verwunderlich, wenn es in Elda entstand, in dieser absoluten Arbeiterstadt mit den krassen Kontrasten. Den tiefen Strukturproblemen einerseits, dem Exodus der Jugend, alternden Bürgern, Schattenwirtschaft, Armut. Und andererseits: Magrit, Lodi, Paco Herrero, Stuart Weitzman, Sacha London, Luxusschuhmarken wie sie im Buche stehen. Sie alle produzieren weiter in Elda, gingen nie nach China wie viele andere Firmen im Schustertal am Fluss Vinalopó.
Die 53.000-Bewohner-Stadt, an der irgendwie nichts allzu schön ist, ist zu groß, um einheitlich zu sein, aber auch zu klein, um aneinander vorbeizuleben. Also akzeptiert man sich – ohne nach der Fußbekleidung zu urteilen –, lebt und feiert miteinander. Besonders egal werden die Unterschiede am Wochenende, auf der großen Moros-y-Cristianos-Fiesta für San Antón. Dann wirft sich die ganze Stadt in die verrücktesten Kostüme – und die schrillsten Schuhe.

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