Bomba, Bombón, Quinoa

0
392
Die ersten Qinoa-Samen sind vor kurzem unter die Erde gebracht worden. Ob das Experiment glückt, wird sich zeigen. Foto: Ángel García

Dénia – ab. An Ideen mangelt es Francisco Ruiz de la Torre nicht. Mit Blick auf das verfallene Gebäude am Eingang seiner Finca Rincón del Rosario, die sich über mehr als 200 Hektar hinter dem ehemaligen Safaripark erstreckt, gerät der Unternehmer aus Valencia ins Schwärmen: „Dort wollen wir ein Besucherzentrum und ein kleines Museum einrichten, damit Interessierte mehr über die Geschichte, den Nutzen und die Fauna dieses Landguts erfahren“, berichtet er, während er seinen Geländewagen über die holprige Schotterpiste steuert.
Seit nunmehr drei Jahren baut die Firma Explotaciones Agrícolas Pego Fruta SL Bomba-Reis in dem an den Naturpark Marjal Pego-Oliva grenzenden Gebiet an, und hat sich dafür vor einem Jahr den Namen „Arròs Denia“ registrieren lassen. Der Name komme nicht von ungefähr. „60 Prozent dieses Landguts ist Gemeindegebiet Dénia“, erklärt De la Torre. „35 Prozent gehören zu Oliva und der Rest zu El Verger.“ Da habe es sich angeboten, den Reis nach dem Küstenort zu benennen. Zumal Dénia nicht zuletzt als Gastronomiehauptstadt der Unesco eine weltweit anerkannte Gastronomiemarke sei.
Bis vor einigen Jahren habe man gar nicht daran gedacht, auf der Finca Rincón del Rosario Reis anzubauen, berichtet De la Torre, dessen Familienunternehmen seit mehr als 20 Jahren in Pegos Naturpark Marjal Bomba-Reis kultiviert. „Dieses Land hat schon die unterschiedlichsten Erzeugnisse hervorgebracht“, erzählt der Spanier. „In den 1960er Jahren baute unser Unternehmen hier Mais, Artischocken und vor allem sehr viel Spargel an. Aus dieser Zeit rühren noch die Hallen auf dem Gelände, wo der Spargel sortiert wurde.“
Später habe es in dem Gebiet holländische und Schweizer Unternehmen gegeben, die Blumen gezüchtet hätten. „Der Anbau von Blumen stellte sich aber als Fehlentscheidung heraus“, erinnert sich De la Torre. „Das Grundwasser hier ist sehr salzhaltig, weil mit dem Regen von den umliegenden Bergen sehr viele Mineralien in das Gebiet geschwemmt werden.“ Für den Anbau von Blumen sei dies keine gute Grundlage gewesen, die Blumenzüchter hätten sehr bald Konkurs angemeldet.
Noch in den 1980er Jahren seien zahlreiche Parzellen in der Finca Rincón del Rosario in holländischer, Schweizer und in deutscher Hand gewesen. „Diese wurden dann nach und nach von unserem Familienunternehmen aufgekauft“, blickt De la Torre zurück. Inzwischen gebe es in dem Gebiet nur noch wenig Land, auf dem ein anderer Besitzer Zitrusfrüchte anbaue.
Zitrusfrüchte habe auch sein Onkel Alfredo Gómez Torres über viele Jahre hinweg in der Finca Rincón del Rosario produziert. „Und das ziemlich erfolgreich“, erzählt der Unternehmer. „In Spitzenzeiten fuhren wir Ernten von bis zu 5.000 Tonnen jährlich ein.“ Doch um 2011 sei der Zitrusfruchtsektor eingebrochen. „Wir mussten in den Folgejahren viele Mitarbeiter entlassen, weil die Produktion von Orangen und Mandarinen schließlich immer weniger Gewinne abwarf.“

Mehr in der Printausgabe

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.