Callosa unter Schock

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Hunderte versammelten sich am Montag vor Callosas Rathaus, um ihrer Fassungslosigkeit Ausdruck zu verleihen. Fotos: Ángel García

Callosa d’en Sarrià – fin. Callosa ist geschockt. Auf den Gesichtern der gut und gerne 500 Menschen, die sich am Montagmittag vor dem Rathaus versammelt haben, ist Fassungslosigkeit zu sehen, Wut und Trauer. Eine Jugendliche weint minutenlang, vom Kind bis zum Senior sind alle Altersklassen vertreten, um ein Zeichen zu setzen gegen sexuellen Missbrauch nach der brutalen Gruppenvergewaltigung in der
Silvesternacht.
Am Samstag erwachte Callosa d’en Sarrià mit einer Pressemitteilung der Guardia Civil: An Neujahr hatten die Beamten vier Verdächtige verhaftet, die in der Nacht eine 19-Jährige in einem Raum mitten in Callosa vergewaltigt haben sollen. Die Schwester eines der Täter alarmierte die Polizei, nachdem sie das halbnackte Mädchen und die Männer in dem Raum unter der Wohnung der Familie gesehen hatte.

In flagranti erwischt
Als die Beamten Medienberichten zufolge gegen 13 Uhr eintrafen, waren drei der vier Männer noch anwesend, einer zog sich gerade die Hosen hoch, ein anderer lag auf der 19-Jährigen und vergewaltigte sie. Die junge Frau war offensichtlich stark betrunken und stand vermutlich auch unter Drogeneinfluss, sie konnte den Polizisten weder sagen, wo sie wohnt noch wo sie sich befindet oder was in den letzten Stunden passiert war.
Die Frau klagte über Schmerzen im Intimbereich und wurde in die Notaufnahme vom Krankenhaus in Villajoyosa gebracht, wo sie medizinisch und psychologisch betreut wurde. Den vierten Verdächtigen konnte die Polizei kurze Zeit später ausmachen und ebenfalls festnehmen. Alle vier Männer sind Spanier mit ecuadorianischen Wurzeln und 19, 21, 22 und 24 Jahre alt.
Nach ersten Ermittlungen geht die Polizei von folgendem Tatverlauf aus: Das Opfer kannte zwei der Männer und traf die gesamte Gruppe in der Silvesternacht in Benidorm. Gegen 5 Uhr morgens schlugen die Männer der Frau vor, auf eine Privatfeier in Benidorm zu ziehen. Dort tranken alle weiter Alkohol, wahrscheinlich verabreichten die Männer dem Mädchen im Laufe der Nacht auch K.o.-Drogen. Sicher sind sich die Ermittler mittlerweile dank eines toxikologischen Gutachtens, dass die 19-Jährige neben Alkohol auch Kokain und Cannabis konsumiert hatte.

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