Das große Beben

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Die Vega Baja – ein Trümmerhaufen. Zeitgenössische Illustration. Grafik: Archiv

Almoradí – mar. Bereits seit Tagen erlebte die Gegend kleinere Erschütterungen. Doch am 21. März 1829, es war ein Samstag kurz vor 18.30 Uhr, bebte in der heutigen Vega Baja die Erde – wie seismologische Forensiker später ermittelten, mindestens mit einer Stärke von 6,6 auf der Richterskala.
Die Bilanz: Mindestens 389 Tote, fast 400 Verletzte, 3.000 völlig zerstörte Häuser, weitere 2.500 so stark, dass sie unbewohnbar waren. Alle drei großen Brücken über den Segura waren verschwunden, selbst Kirchen und Klöster fielen in sich zusammen, auch die Festung von Guardamar zerbröselte durch die Schockwellen. Am heftigsten erwischte es Almoradí, das allein 200 Todesopfer beklagte und praktisch komplett zerstört wurde. Das Epizentrum lag heutigen Berechnungen zufolge zwischen Benejúzar, Rojales und Torrevieja.
Erst zehn Tage später erschienen erste Berichte in den spanischen Zeitungen. Das lag weniger an den damaligen Transport- und Kommunikationsmitteln, sondern vor allem an der strengen Zensur des Regimes von König Ferdinand VII. Dort wird geschildert, wie der Kirchturm von Orihuela drei Frauen erschlug, in Torrevieja „praktisch kein Stein auf dem anderen geblieben“ sei und wie „Schiffe aus der Fremde, die hier lagen, um Salz zu laden“ Hilfe leisteten, Verletzte evakuierten und Lebensmittel für die Überlebenden brachten. Auch in Orihuela wurden viele Gebäude beschädigt und die Erschütterungen soll man bis Murcia und Alicante gespürt haben.

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