Ein Leben für Mosambik

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Fotos vom Bildungsaufbau: Mit neuen Schulen und Internaten gab Vicente Berenguer Mosambiks Kindern eine Zukunft. Fotos: Ángel García

Teulada/Moraira – at. „Dieser Junge, der sich den Reis mit Hühnchenfleisch auf seinen Teller lädt und dabei übers ganze Gesicht strahlt. Oder das Mädchen, das sich freut, weil es etwas Zucker für ihren Maisbrei bekommt. Vermutlich war es ihre einzige Mahlzeit am Tag“, erinnert sich Vicente Berenguer an Situationen, die er in Mosambik erlebt – und genossen hat. „Es ist so schön, die Freude der Kinder zu sehen“, sagt er.
50 Jahre hat der katholische Missionar aus Teulada in dem afrikanischen Land gearbeitet. Seit Juli 2017 ist er zurück in der Marina Alta und ruft sich diese Momente, in denen er kindliches Glück beobachten durfte, gerne in Erinnerung. „Schüler, die sich auf einen Stuhl vor ihr eigenes Pult setzen können. In einem Raum mit gefliestem Boden“, fährt er fort. „Internate mit eigenem Brunnen. Für jedes Kind ein Bett und ein kleiner Schrank.“
Was für uns Europäer nach einfachsten Verhältnissen klingt, lag für die Einheimischen in Mosambik in unerreichbarer Ferne, als Vicente Berenguer 1967, ein Jahr nach seiner Priesterweihe, in dem von Armut geplagten Land ankam – und sich an die Arbeit machte, um den Menschen das zu geben, was sie verdient hatten. Allem voran Bildung. Alle Schulen und Internate aufzuzählen, die er im Laufe der Jahre gegründet hat, würde den Rahmen sprengen. Auf 60.000 wird die Zahl der Kinder und Jugendlichen geschätzt, denen er die Chance auf eine würdige Zukunft schenkte.
Bilder der Verwüstung
Für Zehntausende von Menschen in Mosambik ist ihr kleines Stück Zukunft jetzt erneut zerstört worden. Täglich erhält Vicente Berenguer auf seinem Handy neue Fotos von der Katastrophe und dem Elend, das Mosambik seit den verheerenden Zyklonen „Idai“ und „Kenneth“ vom März und April durchlebt. Es ist zwar nicht der Landesteil betroffen, in dem er selbst 50 Jahre gewirkt hat, trotzdem geht es dem Teuladiner sichtbar nahe, sein Land leiden zu sehen – mit Überschwemmungen, zerstörter Infrastruktur, Krankheiten, Hunger, hunderten Toten und hunderttausenden Obdachlosen.
Um auf die aktuelle Not aufmerksam zu machen, wird er am Sonntag, 19. Mai, in der Pfarrkirche von Benissa bei einem von dem Hilfswerk Manos Unidas Benissa organisierten Spendengottesdienst sprechen. Denn Mosambik braucht dringend Hilfe. Kaum jemand weiß das besser als der seinerzeit in Burgos ausgebildete Missionar, der dem Land praktisch sein Leben gewidmet hat. Ein Leben, das der Fotograf Rafa Andrés und die Journalistin Puri Naya im vergangenen Jahr mit beeindruckenden Worten und Bildern in dem Buch „El árbol de los secretos. Un viaje al universo de Vicente Berenguer“ festhielten und für das Vicente Berenguer 2017 zum Ehrenbürger der Stadt Valencia ernannt wurde.

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