Feuriges Vergnügen

0
252
Feuerfontänen schießen am 10. August aus dem Meer und lassen den Olla-Hafen und die Stadt Altea erstrahlen. Fotos: Pavo Real, Juanjo Álvarez, Ángel García, dpa

Altea – ste. Die Feuer lodern, bunte Sternenschauer fallen mit großem Getöse ins Meer, laute Explosionen lassen die Strände erzittern. Kurzum: Herzlich willkommen in der Comunidad Valenciana, der im wahrsten Sinne des Wortes feurigsten Autonomen Region Spaniens. Die Begeisterung der Valencianer für das Spiel mit dem Feuer kommt nicht von ungefähr. Schon mit den Mauren soll das explosive Wissen über die besondere Kombination verschiedener Stoffe nach Valencia und Murcia gekommen sein, von wo aus das ehemals asiatische Produkt sich in ganz Europa ausgebreitet haben soll. Kein Wunder also, dass es bei den Moros-y-Cristianos-Festen in der Regel sehr feurig und knallig zugeht.
Doch auch die Araber waren mitnichten die Erfinder der Pyrotechnik, wobei es sich wortwörtlich übrigens um Feuerkunst handelt, zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern „Pyr“ (Feuer) und „Techne“ (Kunst). Die eigentlichen Urväter waren vielmehr die Chinesen, die bereits 500 vor Christus die feuernährenden Eigenschaften von Salpeter feststellten und diese Chemikalie nach und nach zu Schießpulver für den Einsatz im Krieg entwickelten.
Die Nutzung der weißen und pulvrigen Chemikalie im Alten China wurde dann auch als „Schnee von China“ oder „Salz von China“ bezeichnet und brachte den Chinesen zahlreiche Kriegserfolge ein. Dieser Zweck wurde dann auch noch viele weitere Jahre weiterverfolgt, zuerst von den Mauren und später dann auch von den Europäern.
Doch warum ist das helle Chemiegemisch dann als Schwarzpulver bekannt? Dies geht auf eine nicht bestätigte Verbindung des Gemischs mit dem Franziskaner-Mönch Berthold Schwarz zurück, der alchemistische Experimente mit Salpeter, Schwefel und Holzkohle durchgeführt haben und das Pulver dadurch endgültig in Europa etabliert haben soll. Erst viel später wurde dann auch der ästhetische Wert des Pulvergemisches entdeckt. Im 15. Jahrhundert finden sich aus Florenz die ersten Aufzeichnungen zur Unterhaltung des Volkes mit Schwarzpulver – und das auch noch bei einer Festlichkeit zum Johannisfest, womit wir schon wieder beinahe in der Comunidad Valenciana und Provinz Alicante gelandet wären. Die legendären feurigen Johannisfeste, die Hogueras, sind weit über die Grenzen der Region hinaus berühmt.

Mehr in der Printausgabe

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.