Gnade vor Recht

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Diese Aufnahme aus dem Video zeigt den Moment, in dem Ángel Hernández seiner Frau das Gift verabreicht. Foto: Internet

Alicante – fin/sk. 30 Jahre mussten Ángel Hernández und seine Frau María José mit Multipler Sklerose (MS) leben – sie als Kranke, er als ihr Pfleger. Vergangenen Mittwoch löste Hernández diesen Leidensbund auf, flößte seiner Frau vor laufender Kamera ein tödliches Gift ein, verbreitete das Video in den Sozialen Netzwerken und ging für einen Tag ins Gefängnis. Das Thema Sterbehilfe bestimmt nun den Wahlkampf (siehe Seite 36). Muss es eine gesetzliche Regelung geben?
Jürgen Wolff hat in Els Poblets seine Frau Christiane bis zu ihrem Tod begleitet. Die Symptome waren ähnlich wie bei María José, Christiane Wolff litt viele Jahre unter einer degenerativen Erbkrankheit (Kortikobasale Degeneration, CBD) und konnte sich am Ende auch gar nicht mehr eigenständig bewegen, kaum noch sprechen und nur mit Schwierigkeiten schlucken. „Kein Außenstehender hat eine Vorstellung, welche Schmerzen und was für Qualen meine Frau ertragen hat. Für meine Familie ist Euthanasie ein Teil der Würde der Person“, so Jürgen Wolff. Die Aufgabe der Regierung sei es, die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.
„Ich finde grundsätzlich, dass Sterbehilfe erlaubt sein muss. Die Möglichkeiten der Medizin, das Sterben unendlich zu verlängern, halte ich für inhuman. Denn es geht oft nicht darum, das Leben zu verlängern, sondern das Sterben“, meint Monika Welchering.

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