Gota fría fegt über Provinz

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In Dénia riss ein Tornado eine Wand der Sporthalle ein. Foto. Ángel García

Alicante – at/ms. Die Gota fría ließ auf sich warten, doch in der Nacht zum Donnerstag zeigte sich, dass die Warnungen, die Wetterexperten und Rathäuser ausgerufen hatten, berechtigt waren. Mit enormer Gewalt hielt das auch Dana genannte Wetterphänomen, bei dem kalte Luftschichten auf das warme Mittelmeer treffen, in der Nacht zum Donnerstag mit Starkregen und Sturm zunächst in der Marina Alta und später weiter Richtung Süden der Provinz Einzug und hinterließ in vielen Orten ein Bild der Verwüstung. In Caudete in Albacete starb ein älteres Ehepaar, das in seinem Auto vom Wasser überrascht wurde.
Für Donnerstag war in der gesamten Provinz Alicante, an der südlichen Küste Valencias und in der Region Murcia die höchste Alarmstufe Rot ausgerufen worden. Einer der am stärksten betroffenen Orte war Ontinyent, wo der Fluss Clariano über die Ufer trat, geparkte Autos mit sich riss und 30 Anwohner in Sicherheit gebracht werden mussten.

Tornados in Dénia und Jávea
In der Provinz Alicante war die Verwüstung zunächst besonders groß in Dénia, wo gegen 3 Uhr morgens ein kleiner Tornado an der Punta del Raset auf Land stieß. Strandliegen und Sonnenschirme flogen durch die Luft, ein Lkw wurde umgestoßen, der Sturm nahm die Terrasse des Restaurants Casa Fernando in Las Marinas mit sich, wehte einen Teil seiner Pergola auf einen Lieferwagen, riss Bäume aus und schließlich auch eine Front der Sporthalle und eine angrenzende Mauer nieder.

Unweit davon, im Camí del Regatxo, stand Juan Manuel Castaño vor den Trümmern seiner Terrasse: Ein Baum war in der Nacht vom Nachbargrundstück auf seine Steinballustrade gefallen. „Es sind nur noch Stücke übrig, mal sehen, was der Gutachter sagt“, sagte er der CBN.

Schon am Vortag hatte ein kleiner Tornado an der Küste von Jávea eine Metallstruktur mitgerissen und über ein Haus geweht. Die 87-jährige Bewohnerin musste von der Feuerwehr aus ihrem Haus befreit werden.

Zu kämpfen hatte in Dénia auch die seit dem 16. August festsitzende Baleària-Fähre. Der Sturm zerstörte große Teile des mittlerweile gefluteten Schiffs. Das übrigens nicht das einzige des Fährunternehmens war, das unter dem Unwetter zu leiden hatte. Schon in der Nacht zum Mittwoch stürzten auf einer Baleària-Fähre, die auf der Route von Barcelona nach Alcúdia auf Mallorca unterwegs war, wegen der wilden See mehrere 40-Tonnen-Lkw um, andere Fahrzeuge wurden ineinandergeschoben. Menschen wurden nicht verletzt.

Doch zurück in die Provinz Alicante: Rekordverdächtige 360 Liter wurden am Donnerstagmorgen im Vall de Gallinera gemessen, das wegen Erdrutschen auf der Durchgangsstraße vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten wurde. Die CV-711 zwischen Planes und Beniarrés war am Donnerstag auf Höhe des Staudamms gesperrt.
In Benigembla fielen bis Donnerstagvormittag 129, im Vall de Laguar 114 und in Pego 123 Liter Regen. 106 Liter gab es in Els Poblets, 97 in Jávea, 103 in Jesús Pobre und 109 in Dénia.

In vielen Orten der Provinz Alicante wurden Straßen gesperrt, auch der Zugverkehr wurde beeinträchtigt: In Villena musste der Talgo aus Richtung Murcia stoppen, die Euromed-Fahrt von Alicante nach Barcelona fiel aus, die Nahverkehrsstrecke Alcoy-Xàtiva wurde gesperrt, genauso wie die A-31 zwischen Alicante und Madrid auf Höhe von Villena, wo 280 Fahrzeuge einen unfreiwilligen Stopp einlegen mussten. Gegen 14 Uhr war die Autobahn wieder frei.

Im Laufe des Donnerstagvormittags zog das Unwetter weiter Richtung Süden, es kam zu katastrophenartigen Regenfällen mit satten 250 Litern pro Quadratmeter innerhalb weniger Stunden in Orihuela. Dort wurden Zugangsstraßen gesperrt, in Torrevieja gab es in einigen Stadtteilen kein Durchkommen mehr.

In Murcia rechnete man im Laufe des Donnerstagnachmittags mit heftigen Regenfällen. Alarmstufe Rot galt hier auch noch am Freitag, wie auch in der Provinz Alicante im Hinterland bis 12 Uhr, an der nördlichen Küste den gesamten Tag sowie im Süden bis 12 Uhr. Was zumindest bei den Schülern Hoffnung auf einen weiteren freien Tag weckte: Bereits am Donnerstag war für über 255.000 Kinder und Jugendliche im Land Valencia der Unterricht ausgefallen.

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