Großdemo für Einheit Spaniens

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Demonstranten schwenken in Barcelona spanische und katalanische Flaggen bei einer großen Kundgebung für die Einheit des Landes. Foto: dpa

Barcelona – dpa/ms. Rund 300.000 Menschen haben am Sonntag in Barcelonas Innenstadt demonstriert – für die Einheit Spaniens. Bei ihrem Marsch durch das Zentrum der katalanischen Hauptstadt skandierten sie unter anderem „Viva España“, „Ich bin Spanier“ oder „Barcelona gehört zu Spanien“. Sie forderten auch die Festnahme des von der spanischen Zentralregierung abgesetzten separatistischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont. Viele fühlen sich von den Separatisten betrogen. In Umfragen vor dem umstrittenen Referendum vom 1. Oktober hatte es keine Mehrheit für eine Abspaltung gegeben.

Das Regionalparlament hatte am Freitag einen Unabhängigkeitsbeschluss verabschiedet. Daraufhin stellte Madrid die autonome Gemeinschaft Katalonien am Samstag unter Zwangsverwaltung und kündigte Neuwahlen Ministerpräsident Mariano Rajoy beauftragte seine Vizechefin Soraya Sáenz de Santamaría mit der Übernahme der täglichen Amtsgeschäfte in der Region.

Zu der Kundgebung in Barcelona hatte die pro-spanische Sociedad Civil Catalana (SCC) unter dem Motto „Wir sind alle Katalonien!“ aufgerufen. Man wolle dafür arbeiten, dass es zu einer Versöhnung zwischen Unionisten und Separatisten komme und in der Region im Nordosten Spaniens künftig Besonnenheit und ein friedliches Zusammenleben herrschten, teilte die Organisation mit.

Nach Medienberichten könnte der Generalstaatsanwalt am Montag die Festnahme Puigdemonts anordnen. Sollte er wegen Auflehnung gegen die Staatsgewalt oder Rebellion verurteilt werden, drohen ihm bis zu 30 Jahre Haft. Puigdemont hatte am Samstag angedeutet, dass er seine Amtsenthebung durch die Zentralregierung in Madrid nicht anerkennt. Gegen ihn richtet sich die Wut vieler Demonstranten: „Puigdemont muss ins Gefängnis“, fordern sie vor dem Sitz der Regionalregierung. „Ihr habt uns die Demokratie gestohlen“, steht auf Plakaten.

Bei der Neuwahl am 21. Dezember haben die Separatisten aber laut einer am Sonntag in der Zeitung „El Mundo“ veröffentlichten Umfrage möglicherweise schlechte Karten: Demnach müssen sie mit einem Verlust der Mehrheit im Regionalparlament rechnen. Würde jetzt gewählt, kämen die drei nach Unabhängigkeit strebenden Parteien zusammen auf höchstens 42,5 Prozent der Stimmen. Sie würden damit auf 65 Sitze im Parlament kommen. Für die absolute Mehrheit sind in Barcelona mindestens 68 Sitze nötig.

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