Hinter den Kulissen

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Die Erlöse aus dem Verkauf internationaler Köstlichkeiten werden auf dem „Encuentros“-Fest für die Lebensmittelbank La Nucía gespendet. Fotos: Ángel García

La Nucía – sk. Mit guter Musik, etwas Kultur und nicht zuletzt allem, was zu einem Fest gehört, versuchen das Tourismuspfarramt der Evangelischen Kirche und die Costa Blanca Nachrichten dieses Jahr wieder viele Besucher zum Benefiz-Fest „Encuentros“ nach La Nucía zu locken. Bei der Premiere vergangenes Jahr fanden fast 300 Leute den Weg in das herrlich gelegene Umweltbildungszentrum CEM El Captivador zwischen Altea und La Nucía, wo man mitten in einem botanischen Garten Buffet, Bar und Bühne einrichten konnte.
Los ging das alles mit einer vagen Idee, ein kleines Fest mit einem Büchermarkt für die deutschsprachigen Schreiber zu veranstalten. Jene Autoren, die Woche für Woche aus purer Lust heraus die Literaturseite „Rastro“ in der CBN bestücken, sollten ein Forum bekommen, um ihre Werke an den Leser zu bringen. Ein kleines Dankeschön gewissermaßen. Irgendwie lief es aus dem Ruder, die Musik kam dazu, Bewirtung mit salzigen wie süßen Leckereien wollten sich die Frauen der Kirchengemeinde nicht nehmen lassen. Am Ende war alles gar nicht mehr so klein.
Dann trug man dem Wunsch Rechnung, nicht nur ein Fest zur Belustigung, sondern der Begegnung – daher der Name „Encuentros“ – zu veranstalten. Es sollte auch an einen sozialen Zweck geknüpft sein. Man putzte einige Klinken und fand Sponsoren, die eine ordentliche Tombola bestückten. Mit diesem Konzept lockten das Tourismuspfarramt und die CBN zahlreiche Künstler ins CEM, die die Gruppe Sacambaya unterstützten, damit sie nach einem mitreißenden Auftritt mit 3.000 Euro Spendengeldern zurück in ihr bolivianisches Dorf Independencia reisen konnte, das von einem furchtbaren Erdrutsch praktisch überrollt worden war.
Not und Leid liegen aber nicht immer in weiter Ferne. Auch in unmittelbarer Nachbarschaft leben Menschen, die allein nicht über die Runden kommen. Rund 400 Bedürftige müssen auf Lebensmittel aus dem Hilfsprogramm Programa de Alimentos de La Nucía zurückgreifen. „Meistens kommen die Betroffenen durchaus aus stabilen Verhältnissen, Familien mit festen Wohnsitzen, manche davon sogar mit zwei Einkommen. Aber bei drei Kindern und den Mieten hier reicht das oft trotzdem nicht“, sagt Stadträtin Beatriz Pérez-Hickman. Die Spenden, die durch Einnahmen beim Essens- und Losverkauf gesammelt werden, kommen dieses Jahr dem Lebensmittelhilfsprogramm zugute.
Honorarkonsulin Dorothea von Drahosch Sannemann forderte 2018 eindringlich mehr „Liebe und Respekt“ für die Natur. Dieses Jahr wird die Diplomatin ihren Landsleuten bestimmt auch ins Gewissen reden. Schließlich können sich ausländische Residenten durchaus in ihrer Gastheimat einbringen.

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