Humanitäre Katastrophe verhindern

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HANDOUT - Mittelmeer, Datum unbekannt: Das von der französischen Nichtregierungsorganisation SOS Mediterranee am 12.06.2018 herausgegebene und auf Twitter gepostete Bild zeigt festsitzende Migranten an Bord des Schiffs Aquarius, das von SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen betrieben ist. Erstmals hat Italien einem Rettungsschiff mit Flüchtlingen die Einfahrt in einen Hafen verwehrt und damit seine europäischen Nachbarn unter Zugzwang gesetzt. Stundenlang hatte die «Aquarius» im Mittelmeer zwischen Italien und Malta ausgeharrt - an Bord Hunderte Migranten, die aus Seenot gerettet worden waren. Am Ende war es Spanien, das die Situation am Montag mit einer Aufnahmeerlaubnis entschärfte. Foto: Kenny Karpov/SOS Mediterranee/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Madrid/Valencia – dpa/sk. Nach der Sperrung der italienischen Häfen für die „Aquarius“ kommen am Samstag 630 Migranten mit dem Rettungschiff und zwei weiteren Schiffen im Hafen von Valencia an. Die aus der Seenot geretteten Flüchtlinge sollen vorerst in der Marina von Valencia untergebracht werden – und zwar in der früheren Basis des America’s-Cup-Teams Alinghi. Dort sollen 70 Mitglieder des Roten Kreuzes die Ankömmlinge versorgen. Dann soll ihnen nach den Worten der Vizeministerpräsidentin Mónica Oltra der Status von Flüchtlingen aufgrund ihrer Notsituation verliehen werden.
Die Regierung in Madrid gab der „Aquarius“ am Montag die Erlaubnis, im Hafen von Valencia anzulegen, „um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern“. Am Dienstag wurden mehr als 520 Migranten von der „Aqurius“auf zwei Schiffe der italienischen Küstenwache und der Marine gebracht. Diese begannen anschließend die 1.500 Kilometer lange Fahrt nach Valencia. An Bord der drei Schiffe befinden sich neben den Männern 123 Minderjährige, elf Mütter mit Kindern und sieben Schwangere sowie mehrere Kranke. Zuvor hatte die populistische Regierung in Rom der „Aquarius“ die Einfahrt in einen italienischen Hafen verwehrt.
Die Nachricht löste eine Welle der Hilfsbereitschaft in ganz Spanien aus. Auch mehrere Kommunen in der Provinz Alicante haben sich umgehend bereit erklärt, Flüchtlinge aufzunehmen, darunter Alicante, Sella, Elche, Benidorm und Orihuela. Das Rote Kreuz und die Hilfsorganisation Cear verfügen über 112 Notunterkünfte für Flüchtlinge in der Provinz.

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2 KOMMENTARE

  1. Spanien hat wohl nichts aus den Problemen in Deutschland gelernt! Damit unterstützt man die Menschenhändler. Man sollte genau unterscheiden zwischen echten Kriegsflüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen, d. h. letzter abschieben…

  2. Welle der Hilfsbereitschaft?
    Vermutlich wieder eine von den Medien inszenierte Welle, welche es in Wahrheit nicht gibt. El Mundo hat seine Leser gefragt, über 70% der Spanier waren gegen die Aufnahme, 26% waren dafür, der Rest wusste es nicht. Die Kommentare zu der Entscheidung von Sanchez, den ja niemand gewählt hat und der weit von einer Mehrheit entfernt ist, waren an Eindeutigkeit nicht zu überbieten. Aber man muss es positiv sehen, durch diese Aktion hat die Partei VOX sicher 5% dazu gewonnen, und die Sozialisten werden bei der nächsten Wahl in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, ein europaweiter Trend wie wir ihn in D, A, I und auch letztes Mal in Spanien feststellen konnten.

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