Nachbarn als Hilfssheriffs

Torrevieja und sein Müll: Legitime Bürgerbeteiligung oder Aufruf zum Spitzeldienst?

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Kreativer Landschaftsbau bei San Luis, Torrevieja. Foto: Dave Jones

Torrevieja – mar. Am 3. Juli startete der frisch gekürte Bürgermeister Eduardo Dolón, PP, ein „Notreinigungsprogramm“. Er hatte das seinen Wählern versprochen, und Torrevieja es auch bitter nötig. Die Reinigung, nicht die Versprechen. 334.000 Euro wurden investiert, um die stets am Limit arbeitenden Müllbeseitiger noch intensiver zu beschäftigen, neue Geräte geordert, ein paar hundert Liter Pestizide, um die übelsten wilden Müllkippen zu beseitigen, Straßen abzuspritzen und unerwünschtes Grünzeug auszureißen.
Es folgten eine beeindruckende Fotogalerie und die Ernüchterung: „Ich fühle eine große Machtlosigkeit und Enttäuschung“, gestand die zuständige Stadträtin Carmen Gómez, „nur Stunden nachdem die Plätze geräumt wurden, hatte sich dort wieder Müll angesammelt“, sagte sie, als wenn das irgendjemanden in Torrevieja verwundern würde. „Viele kommen dazu extra aus Montesinos, Rojales und Orihuela Costa.“ Gómez appeliert jetzt an den Nachbarschaftsgeist der Bürger. Sie sollen Müllsünder „in flagranti ertappen und fotografieren“, denn „wir wissen sonst nie, wer das war“.

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