Passivhaus – nur für Ökos?

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Die Brüder an der Spitze des Unternehmens StyroStone Timo und Niko Jutsi mit dem Baustoff Neopor. Fotos: Ángel Garcia

Valencia / Jávea – rs. Was in Deutschland schon seit vielen Jahren in den Köpfen von Bauingenieuren und Architekten ist, erkämpft sich erst in den letzten Jahren einen Platz in den spanischen Bauweisen. Das Passivhaus ist für viele immer noch ein mystisches Konzept, das zwischen Pyramiden und dem Burj Khalifa in Dubai angesiedelt ist. Enorme Kosten und die Komplexität eines solchen Hauses schrecken viele Kunden erst einmal zurück.

Fünf Kriterien zu beachten
In Spanien findet man die Häuser, die auf der Grundlage von fünf Punkten basieren, vor allem im Norden. „Madrid und eine horizontale Linie nach oben“, dort gibt es bereits Passivhäuser, erklärt Timo Jutsi einer der Unternehmensleiter von Styro Stone in Jávea. Gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder hat er sich auf das Bauen mit Neopor, einem Styropor-ähnlichen Material spezialisiert, dass ausgefüllt mit Beton, besonders hohe Isolierung verspricht.
Bei Passivhäusern geht es vor allem darum, so wenig Energie wie möglich zu verlieren. Die Kriterien für so einen Bau unterstützen dieses Vorhaben. Das Prinzip kann man sich vorstellen, wie bei einer Thermoskanne, bei welcher die Außenhülle thermisch abgedichtet ist und so der Verlust von Wärme vermieden wird.
„Der erste Punkt ist eine hohe Wandisolierung“, erklärt Timo Jutsi. Daran müsse bei der Planung eines Passivhauses gedacht werden, damit keine Energie aus dem Hausinneren nach draußen verloren geht. „Dazu gehört die Luftdichtigkeit, also eine abgeschlossene Gebäudehülle“, zählt er das zweite Kriterium auf. Das bedeutet, dass die Gebäudehülle eines Passivhauses keine Lücken haben darf, in der Luft nach außen abweichen kann. „Die Fenster müssen von besonders guter Qualität und damit einer hohen Isolierung sein“, kommt der Unternehmer zum dritten Punkt, der zu beachten ist. Damit genügend Sauerstoff in dem abgeschlossenen Gebäude vorhanden ist, wird eine Lüftungsanlage mit Filtersystem eingebaut.
Timo Jutsi beschreibt, wie das vierte Merkmal eines solchen Hauses funktioniert: „Die Wärmerückgewinnungsanlage sorgt für eine Zirkulation und einen Austausch der Luft, diese saugt die verbrauchte Luft nach außen und zieht die frische in die Räume. So wird die Energie ausgetauscht.“ Die Anlage sorge so immer für optimal gefilterte Atemluft im Haus.
Das fünfte Kriterium eines Passivhauses hält ebenfalls die Energie im Gebäude. „Keine Wärmebrücken im Gebäude, das ist natürlich auch wichtig“, so der studierte Bauingenieur.

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