Retter vergessener Trauben

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Experimentierfeld bei den Bodegas Les Freses in Jesús Pobre: Hier kann Jaume Soler sich an alten und kuriosen Rebsorten auslassen. Fotos: Ángel García

Jesús Pobre – at. Auf den ersten Blick ist es ein gewöhnliches Feld mit Weinstöcken. Doch wenn man genauer hinschaut, sieht man den Unterschied. Es sind nicht Reben ein- und derselben Sorte, die hier wachsen, sondern fast jede trägt andere Trauben. Kleine, große, rundliche, längliche, weiße, rote. Einige sind an diesem Tag Ende September schon überreif, andere sind genau richtig für den Verzehr. Einige schmecken kräftig, andere süß, einige haben mehr, andere weniger Säure.
Der wohl einzige, der sie auseinanderhalten, benennen und zu jeder von ihr eine Geschichte erzählen kann, ist der Botaniker Jaume Soler. Von der insgesamt zwölf Hektar großen Anbaufläche der am Fuße des Montgó in Jesús Pobre gelegenen Bodega Les Freses durfte er das größte seiner in der ganzen Marina Alta verteilten Trauben-Experimentierfelder abzweigen. Entsprechend der Bedingung, die er stellt, wenn Kunden die Koordinations- und landwirtschaftliche Arbeit seines Unternehmens Serveis Agroambientals Marina Alta S.L. in Anspruch nehmen: Ein Stück des zu bearbeitenden Landes muss ihm für sein Hobby, die Experimente mit Trauben, überlassen werden.

Alte und seltene Sorten
Insgesamt 80 Hektar in der ganzen Marina Alta pflegt, beackert und erntet sein Unternehmen. „Unter meinen 35 Kunden sind große Bodegas wie Les Freses, aber auch Privatleute mit nur bis zu einem halben Hektar großen Grundstücken“, sagt er. Je größer die Gesamtfläche, desto größer der Anteil für seine Experimente, die so ziemlich alles umfassen, was man sich zum Thema Rebsorten vorstellen kann. „Ich experimentiere mit alten Rebsorten, mit besonders seltenen, mit kuriosen und mit ausländischen, ich untersuche, wie verschiedene Rebsorten beim Pfropfen auf verschiedene Unterlagen reagieren, erforsche verschiedenste Moscatell-Varianten und versuche schließlich, die Ergebnisse in Bodegas zu Wein zu verarbeiten“, fasst er zusammen.

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