Sechs Frauen mit Power

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Frauen und Männer treten am 8. März für Gleichberechtigung ein. In ganz Spanien finden Kundgebungen und Veranstaltungen statt. Fotos: Ángel García/Privat

Alicante – red. Eine violette Welle überrollt am 8. März Spanien. Zum Internationalen Tag der arbeitenden Frau haben Gewerkschaften und feministische Vereinigungen wieder zu Streiks und Protestzügen aufgerufen, um für Gleichberechtigung zu demonstrieren. Die CBN stellt sechs starke Frauen vor, die sich in verschiedenen Bereichen engagieren und etwas zu sagen haben.

Mar Martín Aranda, La Nucía
Vor neun Jahren erkrankte Mar Martín Aranda das erste Mal an Gebärmutterhalskrebs, vor sechs Jahren das zweite Mal. Heute engagiert sich Martín im Verein der Betroffenen von Gebärmutterkrebs (Asaco) und begleitet ehrenamtlich am Krankenhaus Villajoyosa Patienten während der Chemotherapie. „Unsere Aufgabe ist es, ihnen zuzuhören und bei ihnen zu sein.“ Warum sie das tut? „Ich will meine Erfahrung weitergeben. Aber im Grunde geben sie uns mehr als wir ihnen.“
Der Verein der Betroffenen von Gebärmutterkrebs ist spezieller als die Spanische Krebshilfe (AECC), mit einer starken Delegation in Valencia. Mar Martín koordiniert die Gruppe Alicante. „Wir wollen die Aufmerksamkeit auf das leise Übel lenken, regen an, auf den Körper zu hören, Veränderungen nicht zu ignorieren und vor allem – ganz wichtig – die Vorsorgeuntersuchungen ernst zu nehmen“, sagt sie.
Die 57-jährige studierte Agraringenieurin aus La Nucía ist auch Hausfrau und Mutter. „Wir haben drei Töchter erzogen, stolz zu sein, Frau zu sein, auf Gleichberechtigung und gleiche Chancen und gleiche Rechten zu bestehen. Ich bin gerne Frau. Männer können keine Kinder kriegen, dabei ist das wunderbar.“
Auch Männer engagieren sich als Freiwillige, da gebe es keinen Unterschied. Bei den Patienten hingegen schon. „Männer sind zuerst eher verschlossener, doch nach kurzer Zeit öffnen sie sich und reden sich die Seele frei. Frauen haben mehr Probleme mit ihrem Äußeren, etwa, wenn sie die Haare verlieren. Aber ganz entscheidend ist: Wenn Frauen erkranken, kommt die Krankheit zu allem anderen hinzu. Beruf, Haushalt, Kinder, Pflege der eigenen Eltern und dann noch Operationen, Heilung, Therapie. Bei Männern ist das anders. Männer werden geschützt. Wenn Männer erkranken, konzentrieren sie sich ganz auf die Krankheit beziehungsweise auf die Heilung. „Hier fehlt es an Gleichberechtigung.“ Krebskranke Frauen seien sehr stark. „Krebskranke Frauen sind Heldinnen“, sagt sie gelassen, aber bestimmt.

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