„Sehr geehrte Frau Dr. Merkel“

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ürgen und Christiane Wolff. Foto: Stephan Kippes

Els Poblets – sk. Christiane Wolff könnte Bundeskanzlerin Angela Merkel einiges über den Sinn von Pflegesachleistungen in einem milden Klima wie an der Costa Blanca erzählen. Leider aber kann die behinderte Frau aus Els Poblets nicht mehr sprechen, nur mit Handzeichen und übers IPad kommuniziert sie mit ihrem Mann Jürgen. So schrieb der frühere Möbelhändler aus Salzgitter die Kanzlerin „im Vertrauen auf ihre Barmherzigkeit“ an, mit der dringenden Bitte, die Petition des Seniorennetzwerks Costa Blanca auf Sachleistungen aus der Pflegeversicherung auch für das europäische Ausland durchzubringen.
Die seltene Erbkrankheit Cortikobasale Degeneration (CBD) endet tödlich, meist binnen sechs Jahren. Bei Christiane Wolff begann es 2011, Teller rutschten ihr aus den Händen, Auftragsformulare konnte sie nicht mehr ausfüllen, sie fühlte sich unsicher auf den Beinen. Während die Wolffs nach der medizinischen Ursache für diese Symptome suchten, starben in ihrem Gehirn bereits die Zellen ab, die ihre Muskulatur steuerten.
Reiner Zufall, dass Jürgen Wolff der Krankheit auf die Schliche kam: Er kontaktierte einen Verwandten seiner Frau, der in Lousiana als Unfallarzt arbeitete. Der erkannte die Symptome, denn seine Mutter litt an CBD. Die niederschmetternde Diagnose traf Wolff wie aus dem Nichts. „Die Krankheit nimmt ein tödliches Ende. Wenn es gelingt, Stress von Christiane fernzuhalten und die klimatischen Voraussetzungen zu schaffen, könnt ihr noch einige schöne Jahre miteinander verbringen.“

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