Tierschutz statt Tötungsstationen

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Viele ausländische Tierfreunde demonstrierten, darunter Erich Schreiner mit Rüde Kai. Fotos: A. Beckmann

Dénia – ab. Es brodelte wie selten zuvor auf Dénias Plaza de la Constitución, als am Donnerstagmittag mehr als 500 Tierschützer verschiedener Nationen vor den Türen des Rathauses mit „Apad-Apad“-Sprechchören die ehrenamtliche Arbeit des örtlichen Tierschutzvereins Apad wertschätzten. „Wir wollen Tierschutzvereine, keine Tötungsstationen“, so der Tenor der Demonstranten, die sich gegen die Vertragsvergabe für die Betreuung ausgesetzter Hunde in Dénia an das Privatunternehmen Seproanimal aussprachen.
Der Protest der Tierschützer wäre eigentlich gar nicht mehr nötig gewesen: Serproanimal – das war kurz zuvor bereits durchgesickert – wird den Auftrag für die Betreuung ausgesetzter Hunde in Dénia nicht bekommen. Das Unternehmen ist aus dem Rennen, nachdem es die von der Stadt geforderten Unterlagen bei Fristablauf nicht eingereicht hatte. Dem Aufruf zur Kundgebung, die bereits seit knapp zwei Wochen geplant gewesen war, folgten am Donnerstag trotzdem viele ausländische Tierfreunde, um mit oder ohne Begleitung eines Hundes ihre Unterstützung für Apad kundzutun.
Für Erich Schreiner eine Herzensangelegenheit. Der Deutsche mischte sich mit seinem Pointer-Rüden Kai unter die demonstrierende Menge, an der Hundeleine ein Schild mit der Botschaft „Yo soy Kai, Apad me salvó la vida.“ („Ich bin Kai, Apad hat mir das Leben gerettet“). Er habe den Rüden vor zwei Jahren adoptiert, nachdem ihn der Tierschutzverein völlig abgemagert aufgegriffen habe. „Er war außerdem total verhaltensgestört“, berichtet Schreiner. „Es hat ein halbes Jahr gedauert, bis er wieder Zutrauen fassen konnte.“ Die Arbeit von Apad finde er ganz hervorragend. „Es wäre ganz schlimm gewesen, wenn der Auftrag aus Vernachlässigung der Info an den Tierschutzverein an ein Privatunternehmen gegangen wäre“, sagte der Hundehalter.

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