Weggespülte Ostern

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Überschwemmte Straßen wie hier in Jávea, waren bestimmendes Bild in weiten Teilen. Foto: A. García

Alicante – ab/at/fin/mar/se. Es kommt selten vor, dass es Torrevieja einmal in die landesweiten Nachrichten schafft. Doch am Ostersamstag wurde Bürgermeister José Manuel Dolón minutenlang vom Nachrichtenkanal 24h in seiner Einsatzzentrale per Telefon interviewt, auch in den Hauptnachrichten von TVE und bei großen Privatsendern liefen die Bilder der Sintflut von Torrevieja. Das schwerste Frühjahrsunwetter seit 73 Jahren errechneten die Statistiker.
Allein von Karfreitag auf Ostersamstag fielen binnen zwölf Stunden an manchen Stellen in Torrevieja 205 Liter Regen auf den Quadratmeter, 236 Liter wurden es am Messpunkt Aguas Nuevas über das Wochenende. So fielen 80 Prozent der durchschnittlichen Jahresregenmenge in drei Tagen. Laut den Meteorologen vermischte sich eine Kaltfront aus dem Süden mit Levante-Winden zu einer Wolkenformation, die sich direkt über den Süden der Provinz Alicante platzierte, so dass Regen, der sich sonst vom Wind getrieben verteilt, geballt auf einem relativ kleinen Raum niederging.
Die Folgen: Überflutete Urbanisationen, gesperrte Straßen, zerstörte Strände, schwimmende Autos. Praktisch alle Osterprozessionen mussten abgesagt werden. Die Bruderschaften hatten nicht mehr nur Angst um die Heiligenfiguren, sondern der Zivilschutz wollte am liebsten, dass alle Menschen zu Hause blieben. Die Landesregierung Valencia löste für Torrevieja zwischenzeitlich Katastrophenalarm der Stufe 1 aus. In Rojales und Orihuela Stadt schwoll der sonst eher dümpelnde Fluss Segura gefährlich auf 3,50 bis fünf Meter Pegelstand an, an einigen Stellen trat er über die Ufer.

Super-Gau für Gastwirtschaft
Stauseen in Elche und Tibi liefen entweder über oder mussten aus Sicherheitsgründen geöffnet werden. Wertvolles Wasser, das nutzlos im Meer verschwindet. Immerhin, das aufgefangene Wasser soll für das ganze Jahr reichen und reduziert die Kosten für die Bewässerung durch Überleitung um fast 30 Millionen Euro für die Vega Baja und Murcia, den „Gemüsegarten“ Europas.

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