Wenn es wieder passiert…

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Wie 1949 oder 1987 sah Dolores auch im September 2019 aus. Nur Drohnenbilder gab es damals noch keine. Foto: EFE

Orihuela – sw. Endlich, endlich kamen auch erfreuliche Bilder aus den Hochwassergebieten in Murcia und Vega Baja. Als vor einer Woche die Militär-Nothilfeeinheit UME aus Los Alcázares abreiste, standen Hunderte auf der Straße, winkend, dankend, salutierend. In Orihuela sorgten Katastrophenhelfer für Lacher, als sie beim Abschied mit Schulkindern den „Baby Shark“ tanzten.
„Amigo, wenn mir wieder was passiert, rufe ich dich an!“ rief ein Junge zu einem Soldaten. 1.400 Mann und Frau, 400 technische Mittel – Helikopter, Lkw, Drohnen – hatte Spaniens Armee wegen der Katastrophe nach Südostspanien ausgesandt. Zur Katastrophe wurde die Not offiziell am 21. September.
Die Übergangsregierung in Madrid versprach 774 Millionen Euro für 20 seit April von Naturkatastrophen heimgesuchte Provinzen. Unter diesen „zonas afectadas gravemente por emergencias de protección civil“ sei auch das Gebiet von Alicante bis Málaga, über dem im September die Gota fría niederfiel.
„Wir sind Katastrophengebiet“ war am Samstagmorgen in der Vega Baja die Nachricht des Tages. Doch was bedeutet das? Theoretisch eine Menge finanzieller Hilfen, auch für Nichtversicherte. Eine „zona afectada gravemente“ kann – wenn innerhalb eines Monats in einer Regierungsvertretung (Delegación de Gobierno) beantragt – fünf verschiedene Zuschüsse erhalten.
Erstens für Familien und Haushalte, zweitens für Eigentümergemeinschaften, drittens für Rathäuser, viertens für Geschäftsleute und Dienstleister und fünftens für Einheiten, deren Dienste während des Notfalls gebraucht wurden. Mit bis zu 15.000 Euro kann ein Hausschaden entschädigt werden, mit 2.600 der Verlust lebensnotwendiger Güter. Wohnungseigentümergemeinschaften und Händlern winken 8.000 Euro, bei Personenschaden kann es sogar 18.000 Euro geben.
„Die Regierung ist auf der Höhe ihrer Aufgaben“, lobte Isabel Celaá (PSOE), Sprecherin der Übergangsregierung, empfing aber trotz dieses Hinweises keine Jubelarien wie die Helfer der UME. Denn eine lange Woche hatte die Erklärung auf sich warten lassen. Dass sie dann quasi im Nebensatz, mit weiteren 20 Provinzen, erfolgte, sorgte im Kreis, wo noch 3.000 Kinder ohne Schule auskommen mussten, für Unmut.

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